Nach milliardenschwerem Spekulationsverlust: Bei JP Morgan rollen erste Köpfe…

14. May 2012

Focus. - Der milliardenschwere Spekulationsverlust bei JP Morgan Chase kostet die verantwortliche Bankmanagerin ihren Job. […] Drew leitete seit 2005 das sogenannte Chief Investment Office. Händler dieser Sparte hatten binnen sechs Wochen rund 2 Milliarden Dollar verzockt (1,5 Mrd Euro) und damit die Reputation des Kreditinstituts schwer beschädigt. Drew wurde vorgeworfen, die drohende Gefahr nicht erkannt zu haben.Die ganze Nachricht lesen

Reputationsranking: Das Image der DAX-Unternehmen leidet

8. May 2012

FTD Financial Times Deutschland, von Jan Strozyk, Hamburg. - Deutsche Autobauer wie BMW oder Volkswagen sind schlechter angesehen als im vergangenen Jahr. Banken wie Commerzbank und Deutsche Bank hinken ohnehin hinterher. Eine Studie zeigt Gewinner und Verlierer.
Sergio Ermotti muss Gutes tun - und darüber reden. Der neue UBS-Chef muss nicht nur dafür sorgen, dass die Schweizer Bank gute Ergebnisse einfährt. Nein, der 52-Jährige muss auch dafür sorgen, dass der anschlagene Ruf des Instituts sich bessert. Denn das öffentliche Ansehen der UBS bestimmt auch die Höhe seines Lohns: Mehr als ein Neuntel der Vorstandsboni, verriet Aufsichtsratschef Kaspar Villiger kürzlich, sei von der Reputation abhängig.
Die UBS ist mit dieser Regelung ein Vorreiter. Auch für andere Unternehmen steigt jedoch die Bedeutung des eigenen Rufs. “Gute Reputation wirkt sich auf alle Interessengruppen aus: Kunden haben mehr Vertrauen in die Werbeaussagen, potenzielle Arbeitnehmer bewerben sich häufiger, und Lieferanten oder Dienstleister passen nachweisbar ihre Konditionen an”, sagt Manfred Schwaiger, Leiter des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. “Sogar die klassischen Ratingagenturen ziehen Reputationstreiber wie Verantwortung und Nachhaltigkeit als weiche Faktoren in der Bestimmung ihrer Rankings heran.”
Umso bedenklicher ist es, dass der Ruf der DAX-Konzerne zuletzt gelitten hat. Keiner von ihnen kann sich derzeit rühmen, eine “exzellente” Reputation zu haben. Das ist das Ergebnis einer Studie des New Yorker Reputation Institute, das heute veröffentlicht wird und der FTD vorab vorlag. Rund 2500 repräsentativ ausgewählte Teilnehmer wurden befragt, wie sie die größten deutschen Firmen unter verschiedenen Gesichtspunkten beurteilen - etwa im Hinblick auf die Qualität der Produkte oder die Führung des Unternehmens. Das Reputation Institute ist eine private Beratung, die von zwei Professoren gegründet wurde und in über 30 Ländern aktiv ist. Die Studie wird seit 15 Jahren erstellt.
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Neuer Job: Gerne, wenn der Standort stimmt

8. May 2012

PersonalPraxis24.de, von Beate Henes-Karnahl. - Wenn es um einen neuen Job geht, kommt es für knapp zwei Drittel aller Arbeitnehmer in Deutschland auf den Standort des Unternehmens an. Weltweit steht die Reputation eines Unternehmens mit 58 Prozent bei den Wechselwilligen an der Spitze ihrer Entscheidungen. Dieses Ergebnis liefert eine Studie von Kelly Services.
Deutsche machen die Entscheidung für oder gegen einen anderen Arbeitgeber zu knapp 65 Prozent vom Standort des Unternehmens abhängig. Weltweit gesehen, spielt die Attraktivität eines Standortes mit 52 Prozent eine deutlich niedrigere Rolle. Das zeigt der aktuelle Global Workforce Index des Personaldienstleisters Kelly Services.
Weltweit gesehen achten Angestellte, die ihren Job wechseln wollen, zu 58 Prozent auf die gute Reputation eines Unternehmens. Für deutsche Fach- und Führungskräfte auf der Suche nach einem anderen Arbeitgeber, ist dieser Aspekt zu 49 Prozent ausschlaggebend.
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Was ist extrem, was radikal?

7. May 2012

Die Achse des Guten, von Vera Lengsfeld. - Als ich die Berichterstattung über die Ausschreitungen der Salfisten in Bonn, bei denen drei Polizisten durch Messerstiche schwer verletzt wurden, hörte ( gestern in der Tagesschau)und las, heute in der FAZ und in der Morgenpost, fühlte ich mich an unselige DDR- Praktiken erinnert. Man musste sich in der Kunst des zwischen den Zeilen Lesens erinnern, um zu erfahren, was wirklich vorgefallen ist. Da wird eine Splitterpartei, die im Wahlkampf Karikaturen zeigt, für die ihr Schöpfer von unserer Kanzlerin zu Recht geehrt wurde, richtig als “rechtsextrem” bezeichnet, während die messerstechenden Islamisten lediglich “radikal” genannt werden. Auch wird der Vorfall so berichtet, dass der Eindruck entsteht, dass die Wahlkämpfer von Pro NRW die Polizisten angegriffen hätten. Nur wer genauer hinhört, bzw. liest, erfährt, was sich wirklich abgespielt hat.
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Markenführung: Corporate Image von CEO-Reputation massiv beeinflusst

7. May 2012

Absatzwirtschaft. - […] Laut Schätzungen sind rund 60 Prozent des Marktwerts eines Unternehmens von dessen Reputation abhängig. Gleichzeitig knüpfen knapp die Hälfte der befragten Führungskräfte und Konsumenten das Image eines Unternehmens und seiner Produkte an die Reputation des Geschäftsführers. […] Kaufentscheidungen beruhten heutzutage zunehmend auf Faktoren wie dem Unternehmen hinter der Marke, dessen Werten und die Stellung der Führungsriege. Knapp 30 Prozent der Verbraucher geben laut Studie an, dass sie regelmäßig oder häufig mit anderen über die Personen an der Spitze eines Unternehmens reden. Danach befragt, was ihre Unternehmenswahrnehmung beeinflusst, nennen circa sechs von zehn Befragten die Stellungnahmen und Auftritte von Top-Führungskräften in der Öffentlichkeit als maßgebliche Faktoren.
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Impulse für den Gottesdienst am 29. April 2012: Die Gretchenfrage

29. April 2012

Religionsreport, von Steffen Liebendörfer. - Bibeltext: Röm. 4,5: “Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.” (LÜ)
“Tue Gutes und rede darüber” – dieses Sprichwort ist besonders bei Public Relations-Agenten und Kommunikationsberatern beliebt. Es ist ja auch unmittelbar einsichtig: Im Verborgenen kann noch so viel Gutes getan werden, solange man es nicht an die große Glocke hängt – oder, viel pfiffiger: dafür sorgt, dass Dritte es von sich aus an die große Glocke hängen – ist damit kein Zugewinn an Reputation verbunden, keine Verbesserung des Ansehens vor den Menschen. Wie schön für die Kommunikationsprofis, dass sie sich dabei sogar auf die Bibel berufen können, denn bekanntlich soll man sein Licht nicht unter einen Scheffel stellen (Mt. 5,15; Mk. 4,21; Lk. 11,33) sondern dafür sorgen, dass die Menschen die guten Werke auch sehen (Mt. 5,16).
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Flughäfen: Drei Monate vor Olympia herrscht Chaos in London

28. April 2012

Weltonline. - Wartezeiten bei Kontrollen von bis zu zwei Stunden lösen bei Reisenden erheblichen Ärger aus. Kritiker sprechen von schweren Schäden für die Reputation des Landes. Und fordern schnell Verbesserungen. Drei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in London sind die teils chaotischen Zustände an den Flughäfen der Gastgeberstadt in den Blickpunkt gerückt. Nach massiven Beschwerden von Reisenden will der Labour-Abgeordnete Keith Vaz die langen Warteschlangen vor den Passkontroll-Schaltern ins Parlament bringen.
Kürzlich hatten Reisende erneut über Wartezeiten von bis zu zwei Stunden geklagt. Zuvor hatte es bereits am Osterwochenende massive Beschwerden gegeben.
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Bundesbank: Was tun, wenn der Nord-Euro kommt

25. April 2012

Wirtschaftswoche, Kolumne von Stefan Bielmeier. - Wäre die Bundesbank bereit für den “Nord-Euro”? Ja. Denn dank ihrer hohen Reputation könnte sie auch mit negativem Eigenkapital und unter einer anderen Währung ihren Job machen.
[…] Der Wirtschaftspolitik der Neuro-Länder stünden dann zwei Wege offen. Erstens eine Währungsreform, bei der Forderungen und Verbindlichkeiten in unterschiedlichen Verhältnissen umgestellt würden. Zum Beispiel so: Guthaben bei den Zentralbanken und Bargeld im Verhältnis 5:1, Verbindlichkeiten aller Wirtschaftsakteure (inklusive aller übrigen Verbindlichkeiten der nationalen Notenbanken) hingegen 1:1. Dieser Fall ähnelt der Währungsreform 1948 in Westdeutschland und der Situation im Zuge der Wiedervereinigung 1990.
Die zweite Möglichkeit wäre eine Währungsumstellung mit einem Tausch sämtlicher Forderungen und Verbindlichkeiten im selben Verhältnis, etwa 1:1. Dieses Szenario hat viel gemein mit der Einführung des Euro 1999.
Im ersten Fall saniert sich die Bundesbank quasi über Nacht, wälzt aber enorme Lasten auf die Geschäftsbanken ab. Sie könnte den Finanzinstituten zwar einen Ausgleich gewähren: ultralang laufende, niedrig verzinste Schuldtitel der Bundesrepublik. Dieses Vorgehen scheint vor dem Hintergrund der Größenordnung, um die es geht, aber eher unwahrscheinlich.
Im zweiten Fall verliert die Bundesbank auf einen Schlag ihre Kapitalbasis. Das negative Eigenkapital könnte mehr als die Hälfte der aktuellen Bilanzsumme betragen. Im Geschäftsleben zieht eine solche Situation die Insolvenz nach sich.
Glaubwürdig bleiben
Zentralbanken hingegen operieren unter einem anderen Regime. Die Bundesbank kann mit einer aus dem Lot geratenen Bilanz durchaus weiterarbeiten – vorausgesetzt, es setzt keine Kapitalflucht ein, weil Investoren die Situation in Deutschland nicht mehr für nachhaltig erachten. Die Glaubwürdigkeit einer Zentralbank hängt nicht unbedingt von der Ausgewogenheit ihrer Bilanz ab. Wichtiger ist, ob sie ihren Status als Hüterin der Geldwertstabilität wahrt.
Eine technisch gesehen insolvente Bundesbank kann weiter vertrauenswürdig agieren, sofern sie Inflation bekämpft. Daher lautet die entscheidende Frage derzeit nicht, ob die Bundesbank bankrott gehen kann – sondern, ob sich Deutschland trotz der wirtschaftlichen Vorteile mit der Einführung des Euro übernommen hat. Bei Betrachtung der wachsenden Belastungen aus diversen Rettungsschirmen für Krisenstaaten lässt sich diese Frage nicht ohne Weiteres verneinen.
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UBS wird CEO-Vergütung auch an Reputation ausrichten - Villiger

23. April 2012

Welt online, von Boris Groendahl und Elena Logutenkova. - Die UBS AG wird den Bonus für Vorstandschef Sergio Ermotti teilweise nach dem Fortschritt ausrichten, den er bei der Wiederherstellung der Reputation der größten Schweizer Bank erreicht. Das erklärte UBS- Verwaltungsratschef Kaspar Villiger in einem Interview mit Bloomberg News.
Dahinter stehe die Idee zu versuchen, beim Vorstandschef das zu bewerten, was für die Strategieumsetzung der Firma langfristig nötig sei, erläuterte Villiger in dem am 18. April gegebenen Interview. “Es sind im Ganzen neun Kriterien, davon sollen einige qualitativ sein.” Die Reputation gehöre dazu und solle mehr als ein Neuntel ausmachen, führte er aus.
Zu Villigers Aufgaben gehört es, Empfehlungen für die Gestaltung der Vergütung des Vorstandschefs zu entwickeln. Die Bank werde Ermottis Performance nicht allein anhand des Gewinns bewerten, sondern auch Ziele für den Kapitalaufbau und den Abbau risikogewichteter Aktiva, so Villiger. Die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern spiele ebenfalls eine Rolle.
Ermottis Vorgänger Oswald Grübel trat im vergangenen Jahr zurück, nachdem die UBS einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar aus unautorisierten Handelsgeschäften in der Investmentbank entdeckte. Grübel hatte versucht, das durch eine Beinahe- Insolvenz im Jahr 2008 und den Steuerstreit mit den USA angekratzte Image der Bank wieder aufzupolieren.
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EnBW-Untersuchungsschuss: Kanzlei Gleiss Lutz muss zum Verhör

20. April 2012

Financial Times Deutschland, von Heimo Fischer, Stuttgart und Andreas Kurz, Berlin. - Bislang war Gleiss Lutz eine Kanzlei von tadellosem Ruf. Siemens , Daimler , Bosch und die Commerzbank gehören zum Klientel, die 280 Juristen zur Elite der deutschen Advokaten. Doch in den vergangenen Monaten bekam die Reputation der Stuttgarter Sozietät erstmals Schrammen. Und am Freitag müssen sogar sechs ihrer Anwälte vor dem EnBW-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags um den guten Ruf der Kanzlei kämpfen.
Es geht um die Rolle der Anwälte beim Kauf von Anteilen am Stromkonzern EnBW von der französischen Mutter EDF , die sich der frühere CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus 4,7 Mrd. Euro kosten ließ und die nun nach der Atomwende viel weniger wert sind. Es geht außerdem um die Frage, wer schuld daran ist, dass der Staatsgerichtshof die Übernahme später als verfassungswidrig abstempelte. Die neue grün-rote Landesregierung hat bereits Klage gegen EDF eingereicht, um sich einen möglichen Anspruch auf Schadensersatz zu sichern.
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Euro-Krisenpolitik in der Kritik: “Die EZB ist der Brandstifter”

19. April 2012

Handelsblatt, Berlin. - Die großen Wirtschaftsforschungsinstitute äußern deutliche Kritik an der Krisenpolitik in Europa. Das sorgt für große Unruhe im politischen Berlin. Vor allem die EZB und Kanzlerin Merkel geraten jetzt unter Beschuss. - Finanzpolitiker aus Koalition und Opposition sind höchst beunruhigt. Hintergrund ist das Frühjahrsgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, das heute veröffentlicht wurde. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose üben die Spitzenökonomen deutliche Kritik an der Krisenpolitik in Europa. „Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen auf dem Spiel“, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Gutachten. Seit Beginn der Finanzkrise interveniere die Zentralbank und stütze jetzt sogar indirekt die Staatsfinanzen. Dies könne nicht mehr lange gut gehen. „Es besteht die Gefahr, dass die Geldpolitik aus ihrer inzwischen eingetretenen Zwangslage nicht mehr freikommt“, heißt es in dem Gutachten der acht Institute für die Bundesregierung.
Mit ihrer Analyse treffen die Ökonomen aus Sicht des Finanzexperten der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, den Nagel auf den Kopf. „Die EZB ist Brandstifter der Krise und schüttet ständig neues Öl ins Feuer und verursacht damit einen Flächenbrand in Europa“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. Die Bundesbank und die Bundesregierung müssten sich gegen diesen Kurs sperren und Widerstand leisten, notfalls auch juristisch. „Die EZB tritt die Säulen des Euro mit Füßen, so dass zu befürchten ist, dass am Ende nur noch ein Trümmerhaufen übrig bleibt und der kleine Sparer die Zeche über die Geldentwertung bezahlen muss“, warnte der FDP-Politiker.
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Plagiatsvorwürfe: FDP-Beraterin Mathiopoulos verliert ihren Dr.

18. April 2012

Berliner Morgenpost, von Manuel Bewarder und Florian Kain. - Universität Bonn entzieht Margarita Mathiopoulos nach “neuer Sachlage” doch den Doktortitel. Sie will sich nun vor Gericht wehren. - Es war nach dem Skandal um Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg nur eine Frage der Zeit, bis sich Plagiatsjäger die Doktorarbeit von Margarita Mathiopoulos vorknöpfen würden. Zu schillernd erscheint die Vita der 55-jährigen Politik- und Industrieberaterin: Die FDP-Politikerin steht Außenminister Guido Westerwelle bei, ist Unternehmerin und auch noch Honorar- und Ehrenprofessorin.
Bundesweit Schlagzeilen machte die Bonnerin mit griechischen Wurzeln erstmals Ende der Achtzigerjahre. Damals legte schließlich Willy Brandt auch wegen ihr den SPD-Vorsitz nieder. Er wollte die seinerzeit Parteilose für den neuen Posten der Parteisprecherin durchsetzen – was nicht klappte. Schon früher hatte Mathiopoulos Probleme mit ihrer Doktorarbeit. Bereits 1989 stand fest, dass das Buch „Amerika: Das Experiment des Fortschritts“ Übernahmen enthielt, die nicht ausreichend gekennzeichnet waren. Mathiopoulos ließ lediglich mitteilen, sie bedauere die „Flüchtigkeitsfehler“. Den Titel konnte sie behalten. Ihr Doktorvater erkannte zwar handwerkliche Schwächen, sah den „Kern der geistigen Leistung von Frau Mathiopoulos“ jedoch „nicht beeinträchtigt“. Das Kapitel Doktorarbeit schien geschlossen.
Nun aber hat die Universität Bonn beschlossen, Mathiopoulos den Titel doch zu entziehen. Weitere Plagiatsfunde hätten eine „neue Sachlage ergeben“, begründete die Hochschule diesen Schritt. Damit droht der Politikerin auch das Ende ihrer Professorenkarriere: Die Universität Potsdam und die Technische Universität Braunschweig hatten angekündigt, die Honorarprofessuren zu widerrufen, wenn Mathiopoulos rechtskräftig ihren Doktortitel verlieren würde.
Doch Mathiopoulos will die Entscheidung der Universität Bonn nicht auf sich sitzen lassen. Ihre Anwälte kündigten gleich nach der Verkündung an, man werde vor dem Verwaltungsgericht klagen. Die Entscheidung sei „rechtswidrig, weil sie sich gegen die nicht aufhebbare Entscheidung des eigenen Fakultätsrats vom 30. Januar 1991 wende“, heißt es in der Erklärung. Von einem „unfairen“ Verfahren, geführt mit „blindem Eifer“, ist die da Rede. Zudem haben die Anwälte der Politikerin geraten, eine persönliche Haftung der Bonner Gremienmitglieder wegen „massiver Schädigung“ der Reputation zu prüfen.
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Diskusion über Ethik und PR: “Jede Agentur hat die Kunden, die sie verdient”

18. April 2012

Der Standard, standard.at - Was tun gegen den Glaubwürdigkeitsverlust in der PR? Experten diskutierten über Interessenskonflikte und den Spagat zwischen Auftragskommunikation und Gemeinwohl. - Wien - “Erst kommt das Fressen, dann die Moral: PR, ein Beruf zwischen den Stühlen?”: So lautete das Thema einer Diskussion am Dienstagabend. “Nicht mit dem Zeigefinger, sondern durch Diskurs über die Kernfragen der PR-Branche” reden will der PR-Ethikrat, etwa: Wie schafft es die Branche nach allen Turbulenzen der letzten Zeit, wieder Glaubwürdigkeit herzustellen? Wem sind PR-Berater verpflichtet, Auftraggeber oder Gemeinwohl? “Es gibt da draußen einige schwarze Schafe, und die stellen die Glaubwürdigkeit einer ganzen Branche in Frage”, sagt Moderatorin und ORF-Radiojournalistin Nadja Hahn zu Beginn.
Dass die Glaubwürdigkeit der Branche massiv unter Buwog, Telekom, Inseratenaffären und anderen Skandalen gelitten hat, zeigen auch zwei aktuelle Studien, durchgeführt von meinungsraum.at. So sagen knapp drei Viertel der befragten PR-Leute, dass ihre Branche ein ethisches Problem habe. Generell zeigt sich ein Vertrauensverlust gegenüber der Medienberichterstattung, nur noch ein Drittel der Befragten hält Medienberichte für glaubwürdig. Fast die Hälfte ist der Meinung, dass viele Berichte von Politik oder Unternehmen gekauft sind. Für mehr als die Hälfte hat sich die Glaubwürdigkeit in letzter Zeit stark verschlechtert.
“Wer in der PR-Branche arbeitet und sagt, er hat nie einen Interessenkonflikt, der ist nicht ehrlich”, meint Renate Skoff vom PR-Ethikrat. “Manche schauen immer noch nicht ausreichend in den Spiegel und stellen sich den Problemen nicht.” Es sei vieles schiefgelaufen. “Ethik im Journalismus, in der PR, in der Werbung geht jeden Praktiker etwas an”, sagt Günter Bentele von der Uni Leipzig, “es ist unmöglich zu kommunizieren, ohne die moralische Dimension mit zu berücksichtigen. Richtig zu kommunizieren ist immer auch eine moralische Frage, eine Frage der moralischen Haltung derjenigen, die kommunizieren, die Texte rezipieren und interpretieren.”
Es reiche nicht aus, dass es Gesetze gibt. Gesetze könnten nicht alles regeln. Hier seien ethische Normen gefragt. Die Reputation des Berufsfeldes PR werde zwar wesentlich von Journalisten “gemacht”. Denn der Durschnittsleser wisse nicht, dass sehr viel von dem, was er täglich liest, von PR-Seite gesteuert werde. Dennoch sei auch das faktische Kommunikationsverhalten von PR-Praktikern wichtig.
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“Gysi hat den Bundestag belogen”

31. March 2012

Welt am Sonntag, von Sven Felix Kellerhoff und Uwe Müller. - Der Vorsitzende des Immunitätsausschusses Thomas Strobl sieht Gregor Gysi als Volksvertreter diskreditiert. “Gysi hat im Bundestag nicht einmal die halbe Wahrheit gesagt.” Es geht um Kontakte zur Stasi. -
[…]
Welt am Sonntag: Im Gespräch mit den Stasi-Offizieren soll sich Gysi beschwert haben, er sei als „Dissi-Anwalt“ verschrien.
Strobl: Auch das ist entlarvend. Nach 1990 hat sich Gysi als großer Verteidiger von DDR-Dissidenten dargestellt, der lediglich im Interesse seiner Mandanten Kompromisse mit der Staatsmacht schließen musste. Gegenüber der Stasi erweckte er dagegen den Eindruck, es sei eine Drecksarbeit, solche Leute verteidigen zu müssen, ja schade seiner Reputation. Wer so spricht, für den steht das Wohl der Mandanten bestimmt nicht an erster Stelle. Gysi wollte die politische Ordnung der DDR vor seinen Mandanten schützen. Für einen Anwalt ist das eine Schande. Das habe ich bereits im Bundestag ausführlich dargelegt.
Welt am Sonntag: Aktuell prozessiert Gysi gegen den NDR, um die erneute Ausstrahlung der Dokumentation „Die Akte Gysi“ verbieten zu lassen. Es dürfe nicht der Verdacht erweckt werden, er habe „wissentlich und willentlich an die Stasi berichtet“. Lässt sich das aus Ihrer Sicht noch aufrechterhalten?
Strobl: Gysi versucht, die Presse durch eine Kette von Prozessen einzuschüchtern. An einem kommt er aber nicht vorbei. Der Immunitätsausschuss des Deutschen Bundestages hat 1998 mit der „vorgesehenen Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder eine inoffizielle Tätigkeit des Abgeordneten Dr. Gregor Gysi für das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik als erwiesen festgestellt“. Zehn Jahre danach haben wir ein zweites Verfahren eingeleitet, weil in der Stasiunterlagen-Behörde neue Materialien gefunden worden waren. Wir haben diese Unterlagen geprüft, selbstverständlich auch auf entlastende Inhalte. Doch die gab es nicht. Deshalb bleibt es bei der getroffenen Feststellung des Bundestages.
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Welche Schweizer Firma den besten Ruf hat

28. March 2012

Cash, von Pascal Meisser. - Der «orange Riese» hat gemäss einer Studie das höchste Ansehen unter den bedeutendsten Schweizer Unternehmen. Aufsteiger ist die Swiss - allerdings nicht wegen der grossen Swissness-PR-Kampagne. - Die Migros geniesst in der Schweizer Bevölkerung die grösste Reputation. Der Grossist profitiert von seinem ausgezeichneten Ruf bezüglich Nachhaltigkeit und von hohen Sympathiewerten. Nur knapp dahinter folgt der letztjährige Spitzenreiter Swatch Group. Beide Unternehmen bilden damit seit drei Jahren das unbestrittene Spitzenduo.
Auf Platz drei folgt der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Den grössten Sprung nach vorne machte das Luftfahrtunternehmen Swiss, das von Platz 14 auf 8 vorrückte. Mit Raiffeisen (5.) und den Kantonalbanken (9.) befinden sich auch zwei Finanzinstitute in den Top Ten. Schlusslicht ist wie 2011 die Ölbohrgesellschaft Transocean.
Diese Ergebnisse ergeben die am Mittwoch präsentierte Studie “BusinessReflector” des Meinungsforschungsinstituts GfK in Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich. Zwischen dem 18. Januar und 7. Februar 2012 wurden in rund 3500 Online-Interviews die Reputation der 50 wichtigsten Schweizer Unternehmen, darunter alle 20 Werte des Swiss Market Index‘, erhoben. Gewertet wurden dabei die soziale Verantwortung, die emotionale Attraktivität sowie Geschäftserfolg.
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Andrew Breitbart mit 43 Jahren gestorben: Tod einer konservativen Reizfigur

6. March 2012

Süddeutsche Zeitung, von Sebastian Gierke. - […] Breitbart ist in wenigen Jahren zu einer der einflussreichsten Stimmen des konservativen Lagers in den USA aufgestiegen. Und zu einem der zehn einflussreichsten Journalisten des Landes. Der Kalifornier konnte sich gut verkaufen - und seine Inhalte. Das “Big”-Label für seine vielen Internetseiten ist zu einer politischen Marke geworden. Big Government oder Big Journalism, so heißen die Seiten, von denen aus er auf seine politischen Gegner feuerte. […] Doch an Breitbart wird man sich auch als Medienrevolutionär erinnern. Tatsächlich war er einer der Ersten, der das Potential von Blogs im Kampf um die Aufmerksamkeit der Amerikaner erkannte, der die Schnelligkeit des Internets auszunutzen wusste. Von der Linkslastigkeit der etablierten Medien war Breitbart überzeugt. Dem wollte er - mit seinen Freunden von der Tea Party - etwas entgegensetzen. Das ist ihm eindrucksvoll gelungen.
Mehr als zehn Millionen Leser steuern seine Websites an, selbst Fox News hat nicht so viele. Andrew Breitbart trieb oft die etablierten Medien vor sich her. Und so wurde er in wenigen Jahren zu einer Larger-than-Life-Figur, wie es sie nur selten gibt - und wohl auch nur in Amerika geben kann.
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EURO-KRISE: Der Preis für das falsche Spiel wird Inflation sein

23. February 2012

Die Welt, von Jörg Eigendorf. - Die Krise scheint gebannt, doch nichts ist gut. Griechenland bekommt Milliarden, und die Zentralbank flutet die Märkte mit Billionen. Das hat keine Zukunft.
Hurra, wir feiern wieder. Griechenland ist gerettet, die Zinsen für Italien und Spanien sind wieder gefallen, an den Aktienmärkten herrscht seit Wochen Jubelstimmung, und die Unternehmen freuen sich über volle Auftragsbücher. So schnell kann man Krisen beseitigen, so einfach geht es, wenn die Politiker nur mal richtig entschlossen handeln. Jetzt könnten die Finanzminister wieder in den Urlaub fahren, sie haben ja so viele nächtliche Sitzungen hinter sich.
Von wegen! Das neue Griechenland-Paket sollte jeden, der über die nächste Wahl hinausdenkt, sehr, sehr skeptisch stimmen. Nichts ist gut, nichts ist gelöst. Im Gegenteil: Griechenland hat über zwei Jahre bewiesen, dass es nicht imstande ist, auch nur einfache Bedingungen zu erfüllen.
Trotzdem bekommt es nun weitere 130 Milliarden Euro zugesichert. Niemand will die Reißleine ziehen, alle haben Angst vor dem Abgrund, der sich dann auftun könnte. Der wird allerdings immer tiefer, je länger die europäische Staatengemeinschaft daran festhält, trotz richtiger Bestandsaufnahmen falsche Entscheidungen zu treffen.
Mit jedem Tag, den Griechenland weiter finanziert wird, steigen Risiko und Kosten für die Steuerzahler im Rest der Europäischen Union, allen voran in Deutschland. Das Signal, das von der wiederholten Milliardeninfusion an reformfreudige Länder wie Irland geht, ist fatal.
Wenn dann auch noch ein Tag nach Ende der nächtlichen Verhandlungen bekannt wird, dass Griechenland sich wieder einmal verrechnet hat, dann wirkt das wie eine Bestätigung der schlimmsten Vorurteile. Im übertragenen Sinne handelt es sich im Fall Griechenlands um ein Rotzbalg, das auf jeglichen Erziehungsimpuls nicht mehr reagiert – und trotzdem nicht bestraft wird.
Jeder weiß jetzt: Wenn man nicht einmal Griechenland diese wundersame, warme Gelddusche abdreht, dann wird man es erst recht in keinem anderen Land wagen. Und die griechische Regierung weiß: Brüssel hat nicht den Mut, mehr zu machen, als mal richtig laut zu werden.
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Allensbach-Analyse: Die Anatomie des Wulff-Skandals

9. February 2012

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von DR. THOMAS PETERSEN, 02.02.2012. - Trotz der hohen Ansprüche an das Verhalten von Bundespräsidenten sind die Vorwürfe, denen sich Christian Wulff ausgesetzt sieht, für die Mehrheit der Deutschen kein Grund zu besonderer Empörung. Dennoch hat er dramatisch an Ansehen verloren. Eine Allensbach-Analyse der Wulff-Affäre.
Wahrscheinlich wird die derzeitige öffentliche Auseinandersetzung um Bundespräsident Wulff in einigen Jahren in den sozialwissenschaftlichen Lehrbüchern stehen als geradezu idealtypisches Beispiel für Aufbau und Verlauf eines politischen Skandals. Der Mainzer Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger hat in zahlreichen Untersuchungen die Merkmale zusammengetragen, die in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland immer wieder bei Skandalen zu beobachten waren.
So gibt es zum Beispiel kaum einen Zusammenhang zwischen der Schwere eines Missstandes und der Heftigkeit, mit welcher der Skandal schließlich die Republik erschüttert. Oft sind es auch nicht neue Nachrichten, sondern seit langem bekannte Umstände, die über Monate, manchmal über Jahre von den Medien ohne besondere Missbilligung zur Kenntnis genommen worden sind, bevor sie dann zu einem Skandal werden. Bricht der Skandal dann aus, werden die Informationen nie auf einen Schlag, sondern stückchenweise veröffentlicht, so dass der Rechtfertigungsdruck auf die skandalisierte Person über einen längeren Zeitraum immer wieder verstärkt und erweitert wird.
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Ein Weckruf für die Schweiz

30. January 2012

Neue Zürcher Zeitung, Kommentar von NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann, msn. - Es ist ein spektakulärer Befreiungsschlag, den die unbeschränkt haftenden Teilhaber der Bank Wegelin im Steuerstreit mit den USA am Freitag vollzogen haben. In einer nüchternen Risikoabwägung blieb den Partnern wohl fast keine andere Wahl, als eine Vorwärtsstrategie zu wählen und die Bank zum grösseren Teil zu verkaufen. Das höchste Gut für ein Geldinstitut sind seine Reputation und das Vertrauen der Kunden in die Geschäftsfähigkeit. Kontinuierliche Angriffe auf und Drohungen gegen ein Unternehmen wirken auf Dauer immer belastend. Für eine Privatbank ist solches Gift tödlich.
Das wussten die amerikanischen Steuerbehörden und das Justizdepartement in Washington sehr wohl, als sie drei Wegelin-Mitarbeiter Anfang Jahr einklagten. Das Institut ist klein, nicht systemrelevant, trotzdem prestigeträchtig, archetypisch schweizerisch und damit verwundbar – auch, weil in der Person von Konrad Hummler ein Teilhaber beteiligt ist, der sich nicht scheut, die Dinge auch öffentlich deutsch und deutlich beim Namen zu nennen.
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Reputation der Banken erreicht Rekordtief

26. January 2012

20 Minuten, von Hans Peter Arnold. - Banken verspielen sich das Vertrauen der Bürger: Laut einer Image-Studie schnitten sie in den Medien sogar schlechter ab als Tabakfirmen.
Die Topthemen am WEF, das heute Mittwoch in Davos beginnt, stehen fest: Millionen-Boni, Bankenregulierung sowie die Risiken der hochverschuldeten Staaten. Gleichzeitig kämpft die Finanzbranche um ein besseres Image. Bis jetzt allerdings vergebens: Gemäss dem Schweizer Medienforschungsinstitut Media Tenor ist die Medienresonanz der Banken so tief wie nie. Jeder zweite Bericht über Banken im Jahr 2011 war negativ. Sogar die Tabakindustrie komme in den Medien noch besser weg, meint Roland Schatz von Media Tenor.
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Verleugnete Bestform - Die Ehe ist die stabilste Lebensform

22. January 2012

Junge Freiheit, Kommentar von Jürgen Liminski. - Familienpolitik: Die Ehe ist das Erfolgsmodell der Gesellschaft - nicht der Medien.
Die Familienministerin bemüht sich. Aber ihr Thema ist bei Journalisten und Politikern nicht gefragt. Und selbst das großangelegte Demographieforum vergangene Woche, dem in der Tat eine weitertragende Zukunft zu wünschen ist, fand nur wenig Widerhall in der Journaille. Jedem Umweltreport eines mittelmäßigen Vereins, jedem Jahrbuch eines Tierschutz- oder Verbraucherverbands, jeder noch so abwegigen Spekulation über den Bundespräsidenten wird mehr mediale Aufmerksamkeit zuteil als der Familie in Deutschland. Dabei hat der Familienreport 2011 durchaus mehr zu sagen über die Lebenssituation der Menschen als die Medienschaffenden ahnen. […] Die Familie zahlte früher vor allem finanziell die Zeche für das am Individuum ausgerichtete Sozialsystem (nur eine Rente, wenn die Mutter für die Kinder zu Hause blieb). Gewinner dieser Entwicklung ist die Wirtschaft. Statt sich an den Wünschen der Eltern zu orien-tieren - von lobenswerten Ausnahmen abgesehen -, jammern die Funktionäre ihrer Verbände über fehlende Fachkräfte und fordern mehr Krippen oder lassen Professoren diese Forderung mit dem Nimbus einer wissenschaftlichen Kompetenz vortragen, die sie de facto nicht haben. Hier versagt der Report. Verlierer sind die Familien – und die Ehe. Denn auch sie braucht, wie jede Beziehung, Zeit.
Vielleicht holt die Familienministerin das irgendwann einmal nach. Dann sollte sie auch eine weitere Aussage des Reports herausstellen, die in den Medien gern unterschlagen wird: “Familien in Deutschland bleiben stabil: 75,7 Prozent aller Kinder in Deutschland wachsen bei ihren verheirateten Eltern auf. Nimmt man die Eltern hinzu, die unverheiratet zusammenleben, sind es 83 Prozent.”
Wenn die Kinder dieser Generation einmal den Report lesen werden, werden sie fragen: Und warum habt ihr dann für die Familien nicht mehr getan, ihnen nicht mehr Zeit und uns mehr Geschwister gegönnt? Und wenn man weiter im Sinn der Kinder und der emotionalen Stabilität - Voraussetzung für eine gelingende Erziehung, was übrigens auch der Wirtschaft nützt - denkt, dann stellt sich die Zusatzfrage: Warum habt ihr nicht stärker die Ehe gefördert und gestützt, so wie es in eurem Grundgesetz steht?
Die Ehe ist nach wie vor die Lebensform, die Jung und Alt bevorzugen. Fast 90 Prozent aller in einem gemeinsamen Haushalt lebenden Paare sind verheiratet. Die meisten dieser Ehen sind auch dauerhaft: Etwa 60 Prozent der Ehen in Deutschland werden erst durch den Tod eines Ehepartners gelöst. Die lebenslange Freundschaft ist der Wunsch der meisten Jugendlichen. Verläßlichkeit, Treue, emotionale Sicherheit - die Ehe bietet den institutionellen Rahmen dafür.
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S&P stellt Europas Elite die Bankrotterklärung aus

14. January 2012

Die Welt, Kommentar von Holger Zschäpitz. - Die kollektive Herabstufung durch S&P könnte der Beginn vom Ende der Euro-Zone sein. Zu stark hat sich die Union auseinanderentwickelt.
Die umfassende Abstufung der Euro-Zone durch Standard&Poor’s (S&P) lässt sich durchaus als historisch bezeichnen. Gleich neun der 17 Euro-Staaten wurden von der führenden Ratingagentur zurechtgestutzt. Mit Frankreich hat die zweitgrößte Ökonomie der Währungsunion das Spitzenrating AAA verloren, eine nationale Schmach. […]
Bei Ratings geht es allein um die Kreditwürdigkeit eines Schuldners und die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit dieser seinen Verbindlichkeiten pünktlich nachkommt. Und hier hat sich die Situation in der Euro-Zone eben deutlich verschlechtert. Der historische Schritt von S&P ist mutig. S&P stellt Europas Elite eine Bankrotterklärung aus und macht ihnen zugleich einen Strich durch die Rechnung. Denn mit der Abstufung von Frankreich ist auch die Bonität des Rettungsfonds EFSF in Gefahr. Diesem dürfte es nun noch schwerer fallen, Rettungsgelder einzusammeln.
Die kollektive Herabstufung könnte daher auch der Beginn vom Ende der Euro-Zone sein, sollte nun lediglich eine Diskussion um eine Entmachtung der Ratingagenturen beginnen. Europas Politiker müssen in großen Kategorien denken und mutige Entscheidungen treffen, sollte die Währungsunion gerettet werden.
Insofern kann sich auch Deutschland nicht in Sicherheit wiegen. Sollten immer neue Rettungsschirme aufgespannt werden, statt die fundamentalen Probleme zu lösen, ist irgendwann auch die Zahlungsfähigkeit des letzten Retters überspannt.
Die Ratingagentur hat mit ihrer Abstufung zweifelsohne an verlorener Reputation gewonnen.
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Wulffs Erklärung: Die Fiktion

6. January 2012

Frankfurter Allgemeinse Zeitung, von Frank Schirrmacher. - Weil eine falsche Prämisse alles falsch macht, war das Interview des Präsidenten so fatal. Wulffs Erklärung mutet zu viele Fiktionen zu, um sie noch für glaubwürdig zu halten. Sie ist Zeichen eines Politikstils, der nicht mit Fehlern umgehen kann.
[…]Menschen verzeihen Fehler. Aber sie werden misstrauisch und sogar rebellisch, wenn sie gezwungen werden, unglaubwürdige Prämissen anzuerkennen. Dann wanken moralische und wissenschaftliche Ordnungen. Nach Wulffs Interview zur „Tagesordnung“ zurückzukehren hieße, eine Reihe von höchst unwahrscheinlichen Prämissen anzuerkennen. Er kenne Herrn Geerkens, den väterlichen Freund (der in keiner Biographie auftaucht), seit 35 Jahren - und deshalb hat er also einen Kredit bei dessen Frau aufgenommen, die zu Beginn dieser wunderbaren Freundschaft vierzehn Jahre alt gewesen sein muss? Oder: Der Unternehmer Carsten Maschmeyer finanziert Wulffs politischen Todfeind, Gerhard Schröder. Wulff ist öffentlich empört. Als Wulffs Stern aufsteigt, finanziert Maschmeyer, der sich mit seinem Ministerpräsidenten gut stellen will, dessen Buchanzeigen, exakt plaziert für den Wahlkampf in Niedersachsen. Und der Bundespräsident hat von dieser Freundlichkeit, wie das arg missbrauchte Bundespräsidialamt meldet, nie etwas erfahren?
Das sind nur ein paar der absurden Prämissen, die man glauben muss, um das Weltbild des Bundespräsidenten für glaubwürdig zu halten. Wenn man das tut, ist alles gut, und man kann in Frau Merkels Vertrauensbekundungen einstimmen. Man muss aber wissen: Den Rollentext dieses Staatsoberhaupts hat nicht das Grundgesetz geschrieben, sondern Franz Kafka. In Abwandlung eines seiner berühmtesten Sätze ließe sich sagen: Die Fiktion wird zur Weltordnung gemacht.
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Der Präsident hat die Intelligenz der Bürger beleidigt

21. December 2011

Die Welt, von Henryk M. Broder. - Wer es mit Wulff gut meint, sollte ihm raten, die Flucht nach vorne anzutreten. Die höchste Aufgabe des Bundespräsidenten ist es, Vorbild zu sein.
[…] Der Bundespräsident hat keine politische Macht und auch keine politische Funktion, wenn man davon absieht, dass er Gesetze unterschreibt. Er ist dazu da, ein Vorbild zu sein. Er kommt viel herum, wohnt in guten Hotels und lernt unterwegs interessante Menschen kennen.
Dafür darf der Bürger einiges als Gegenleistung erwarten, vor allem Integrität und ab und zu einen originellen Zwischenruf zur Lage der Nation. Da hat Wulff bis jetzt nicht viel geliefert, wenn man von dem Satz absieht, der Islam gehöre zu Deutschland wie das Christen- und das Judentum.
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The Euro Area Is Coming to an End

19. November 2011

Bloomberg, von Peter Boone and Simon Johnson. - Investors sent Europe’s politicians a painful message last week when Germany had a seriously disappointing government bond auction. It was unable to sell more than a third of the benchmark 10-year bonds it had sought to auction off on Nov. 23, and interest rates on 30-year German debt rose from 2.61 percent to 2.83 percent. The message? Germany is no longer a safe haven.
Since the global financial crisis of 2008, investors have focused on credit risk and rewarded Germany with low interest rates for its perceived frugality. But now markets will focus on currency risk. Inflation will accelerate and the euro may break up in a way that calls into question all euro-denominated obligations. This is the beginning of the end for the euro zone.
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Die Drachme als Zweitwährung

18. October 2011

telepolis, von Norbert Rost. - Eine Komplementärwährung könnte Griechenland ermöglichen, in der Euro-Zone zu bleiben und einen Staatsbankrott zu vermeiden. Dass der griechische Staat seine Schulden vollständig zurückbezahlt, gilt inzwischen als nahezu ausgeschlossen, auch wenn die deutsche und französische Politik dies bislang anders kommunizieren. Zurecht, denn ein vorzeitiges Eingeständnis würde nur mehr Chaos auslösen und die Vorbereitungen auf gesteuerte Maßnahmen stören. Ein Schnitt durch die Schuldenlast gilt als Pleite, als Staatsbankrott, der nicht nur die Reputation des Schuldners zerstört, sondern im Fall Griechenlands auch eine Kettenreaktion im europäischen Bankensystem auslösen könnte. Von den Auswirkungen auf die griechische Wirtschaft selbst ganz zu schweigen. Der große europäische Topf ESFS wird derzeit gefüllt und auch die Hemmungen in der Slowakei werden daran nicht viel ändern. Doch was passiert dann? Die griechische Wirtschaft ist damit längst nicht über den sprichwörtlichen Berg, vielmehr ist sie durch die Sparmaßnahmen des Staates gebeutelt, auf dessen Ausgaben sie sich viel zu intensiv verlassen hat.
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Issing: Griechenland muss die Eurozone verlassen

11. October 2011

finanzwirtschafter.de - Der frühere EZB-Chefvolkswirt Ottmar Issing hat sich für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone ausgesprochen. Im Doppel-Interview mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung regte Issing an, die Währungsunion wie einen Club zu betrachten: „Wenn ein Mitglied permanent gegen die Regeln des Clubs verstößt, dann muss als letzte Möglichkeit ein solches Mitglied aus dem Club ausscheiden können“. Er verwies allerdings auhc darauf, dass ein Ausschluss rechtlich nicht möglich sei. Die entscheidende Frage sei, wie lange die Gemeinschaft trotz mehrfach nicht eingehaltener Zusagen Finanzhilfen gewähre und ob Griechenland nach einem Stop der Zahlungen selbst die Konsequenz ziehe. […]
Ohne Euro-Rauswurf droht Nachahmungseffekt
Sollte Griechenland nach einem Schuldenschnitt weiter in der Eurozone bleiben, würden Issing zufolge Sparmaßnahmen in anderen Ländern unterlaufen. „Denn man kann einer Bevölkerung schwer zumuten, Reformen und Einschnitte hinzunehmen, wenn es mit einem Schuldenschnitt auch einfacher geht.“ Ein Verbleib der Griechen in der Währungsunion wäre deshalb ein Freibrief für andere Länder. Dem widersprach Schäuble. Seiner Ansicht nach lässt sich die Ansteckungsgefahr im Zaum halten, wenn private Gläubiger angemessen beteiligt werden. Zudem könne ein Haircut an Auflagen geknüpft werden: „Klar ist aber immer, dass jede Schuldenreduktion mit unzweideutigen Auflagen verbunden sein muss. Nur wenn diese erfüllt werden, kann geholfen werden“.
Eine Lösung ohne Risiko gibt es nicht
Schäuble hält eine Reduzierung der griechischen Staatsschulden innerhalb der Eurozone für die bessere Lösung. Ein Rauswurf der Griechen könne zu Ansteckungen auf den Finanzmärkten führen und im schlimmsten Fall die gesamte Weltwirtschaft in Gefahr bringen. Zudem würde die Reputation des Euros großen Schaden nehmen, gelänge es nicht, ein gemessen an der Wirtschaftskraft kleines Problem unter Kontrolle zu bringen. Issing zufolge gibt es für die Euro-Krise keine risikolose Lösung. Der Ex-EZB-Ökonom verspricht sich von einem Austritt der Griechen aus dem Euro aber „positive Ansteckungseffekte“. Ein Austritt würde auf alle anderen Euro-Mitglieder abschreckend wirken, woraus ein nie dagewesener Reformdruck erwachsen könne.
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Kostspieliger Kampf der EZB gegen den Kontrollverlust

23. September 2011

NZZ Neue Zürcher Zeitung, von Claudia Aebersold Szalay, Frankfurt. - Den Einfluss auf die Zinsbildung in der Ökonomie zu verlieren, ist für jede Notenbank ein Albtraum. Die Steuerung der Zinsen ist nämlich der wichtigste Kanal, über den sie mit ihrer Geldpolitik kurzfristig die Realwirtschaft beeinflussen kann. Ist ihre Einflussnahme in Krisenzeiten beeinträchtigt, fürchten Zentralbanken den Kontrollverlust. Das gilt auch für die Europäische Zentralbank (EZB), die seit Ausbruch der internationalen Finanz- und Schuldenkrise wiederholt um die Wirkung ihrer Politik gebangt hat. […] Der Reputationsschaden für die Notenbank ist wegen des Staatsanleihen-Programms bereits heute beachtlich, und dies, obwohl der Umfang des Securities Market Programme (SMP) mit bisher 152 Mrd. € an und für sich noch keine Gefahr für die Notenbank darstellt: Er ist im Vergleich mit der Bilanzsumme des Euro-Systems von rund 2000 Mrd. € ein Klacks und könnte selbst bei einem Totalverlust der Position durch die Rückstellungen (81 Mrd. €) und den Ausgleichsposten aus Neubewertungen (316 Mrd. €) gut aufgefangen werden. So hat der EZB eine bilanztechnisch gesehen unbedeutende Aktion einen ungeheuerlichen Reputationsschaden zugeführt. Es drängt sich deshalb die Frage auf, ob diese Intervention angesichts der hohen Kosten in Form von reduzierter Glaubwürdigkeit und angeschlagenem Ansehen wirklich gerechtfertigt war.
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Bestandsaufnahme zur Sicherheit bei Großveranstaltungen

21. September 2011

Ahrweiler (BBK) – An der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler fand deshalb ein Symposium zum Thema „Großveranstaltungen – Versuch einer Bestandsaufnahme zu Sicherheitsaspekten“ statt. Anlass für die Veranstaltung war das enorme Interesse, das von allen Seiten der für die Sicherheit bei Großveranstaltungen in Deutschland zuständigen Behörden und Unternehmen sowie von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen in den letzten Monaten an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herangetragen wurde. Schon im Februar hatte das BBK zu einem ersten Workshop nach Bonn geladen, der sich mit dem Thema befasste. Damals wie auch am 8. und 9. September nutzten zahlreiche Veranstalter von Groß-Events, Leiter von Ordnungsbehörden oder Vertreter von Hilfsorganisationen, Polizei und Feuerwehren die Gelegenheit, um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und Probleme zu identifizieren. Das BBK unterstützte den Gedankenaustausch durch begleitende Fachvorträge zu sicherheitsrechtlichen Anforderungen oder zur subjektiven Wahrnehmung von Sicherheit durch die Bevölkerung. Weitere Schwerpunkte der rund 100 Teilnehmer waren die Themen Führung/ Leitung/ Koordination, Ausbildung, Risikomanagement sowie Risiko- und Krisenkommunikation.
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Nach der Krise ist in der Krise

31. August 2011

Die Welt, von Martin Greive. - Seit der Lehman-Pleite hat die Zunft der Ökonomen ein Problem. Das Image ist ramponiert, Lehren wurden aber kaum gezogen. Volkswirte haben die Finanzkrise mit verursacht - doch Kritiker werden als Nestbeschmutzer beschimpft. Dabei gäbe es einige wichtige Aufgaben zu lösen. Die Ökonomen kommen dabei aber nur sehr langsam voran

Robert Lucas ist ein kluger Kopf. Für seine “Theorie der rationalen Erwartungen” bekam er 1995 den Wirtschaftsnobelpreis. Zu noch mehr Berühmtheit hat es der inzwischen 74-jährige US-Ökonom aber mit einem Satz gebracht, der als einer der größten Irrtümer in die Geschichte der Ökonomie eingegangen ist: Die Volkswirtschaftslehre habe “das zentrale Problem, wie Depressionen zu verhindern sind, gelöst”, sagte er 2003. Fünf Jahre später wurde er eines Besseren belehrt. Die Finanzkrise brachte die Weltwirtschaft an den Rand des Kollapses. Schuld an dem Debakel war auch die Zunft der Ökonomen. Denn sie hat die Krise nicht nur nicht vorhergesehen - sondern sie sogar mit verursacht. “Ich denke, die moderne Makro- und Finanzökonomie hatte einen gehörigen Anteil an der Krise”, zieht Thomas Mayer, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, heute Bilanz. “Aufgrund der Theorien glaubte man, Konjunktur und Finanzrisiken gut berechnen zu können - und hat deshalb zu hohe Schulden aufgebaut.”
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Lebensräume zerstört – verdeckte Geschäfte? Der WWF am Pranger

18. July 2011

Blick/Ch, von Melanie Gath. - Der WWF will die weltweite Zerstörung der Umwelt stoppen und den Lebensraum der Tiere erhalten. Die Organisation geniesst grosses Vertrauen. Zu Recht? Der deutsche Dokumentarfilmer Wilfried Huismann folgt in seiner Dokumentation «Der Pakt mit dem Panda – was uns der WWF verschweigt» Spuren des WWF und stösst auf Palmölplantagen, wo vorher noch Orang Utans zu Hause waren. Findet Tigerreservate, in denen kaum noch Tiger leben und Öko-Touristen Einzug gehalten haben. Und er entdeckt eine Sojawüste so gross wie Deutschland. Hier war zuvor noch argentinischer Wald – in dem Leoparden, Affen und andere Tiere lebten. Die Einheimischen sagen: Der WWF hat hier seine Hände im Spiel.
Einheimische sehen im WWF einen Feind
«Für mich war es ein Schock, dass die Menschen dort ein ganz anderes Bild vom WWF haben», sagt Wilfried Huismann zu Blick.ch. In Sumatra hätten sie sogar Büros des WWF niedergebrannt. «Ich habe grosse Wut gespürt, vor allem bei den Menschen, die dabei verlieren», erklärt er. «Sie sehen nicht, dass der WWF ihnen hilft, sie sehen nur den grünen Stempel.»
In Indien fragen sich die Einheimischen vor allem: Wo gehen die 500´000´000 Dollar Umsatz im Jahr hin. Umweltaktivist Ullash Kumar sagt: «Das Geld macht nur die Forstbeamten und Tigerexperten reich.» In einem Reservat habe man seit 40 Jahren keinen Tiger mehr gesehen. Stattdessen hole der WWF immer mehr Ökotouristen in das Gebiet. Lässt sich für eine Tigersafari pro Person 10´000 Dollar geben. Insgesamt sollen 1 Million Ureinwohner vertrieben werden, wie die Einheimischen selbst berichten. Die Regierung und der WWF seien der Meinung, dass Mensch und Tiger nicht koexistieren können, wie Huismann in seiner Doku erklärt.
«Der WWF ist mitverantwortlich dafür, dass unsere Wälder abgeholzt werden»
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Vorwurf der Pharma-PR: Wiki-Watch-Gründer gerät in Erklärungsnot

15. July 2011

SpiegelOnline, von Markus Grill. - Der Gründer von Wiki-Watch Wolfgang Stock wehrt sich: Er behauptet, nicht unter dem Namen “Investor” Wikipedia-Artikel zu Gunsten des Pharmariesen Sanofi-Aventis verändert zu haben. Doch die Erklärungen des Professors wirken immer unglaubwürdiger.
Wiki-Watch, die an der Uni Frankfurt (Oder) angesiedelte Online-Plattform, trat einst mit dem Anspruch an, Wikipedia zu verbessern. Doch Wiki-Watch-Gründer Wolfgang Stock hat zugegeben, zuvor unter dem Kürzel “Wsto” bestimmte Medizinartikel in Wikipedia verändert zu haben. Stock besitzt gleichzeitig eine Agentur für Krisen-PR, zu deren Kunden der Insulinhersteller Sanofi-Aventis gehört.
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Euro-Krise: Merkels gefährliches Ratingagentur-Manöver

6. July 2011

Financial Times Deutschland, Kommentar von Christian Kirchner. - Zum Glück gibt es Ratingagenturen wie Moody’s, die für Herabstufungen öffentlich Prügel beziehen. Der Politik ist derzeit jedes Mittel recht, von der Schuldenkrise abzulenken - und von den eigenen Unzulänglichkeiten.
Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote Portugals auf Ramschstatus gesenkt - und damit wenig überraschend an den Märkten Kursverluste ausgelöst. Und auch die öffentlichen Reaktionen auf die Änderungen sind wenig überraschend: Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen nennt die Herabstufung voreilig, die portugiesische Regierung unterstellt der Ratingagentur, das Sparpaket des Landes nicht richtig verstanden zu haben. Kurz: Die Kritik an den Ratingagenturen flammt wieder auf, prozyklisch und krisenverschärfend zu wirken.
In die Debatte hat sich obendrein erst am Dienstag auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel eingemischt und wörtlich erklärt, sie vertraue im Hinblick auf griechische Staatsanleihen “vor allem den Bewertungen der drei großen Institutionen EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des IWF”. Will heißen: Nehmt die Ratingagenturen bloß nicht zu ernst. Taggleich nimmt auch die italienische Finanzaufsicht Ermittlungen auf, die Ratingagentur Moody’s habe womöglich auf Basis vorschneller Urteile Studien veröffentlicht und Bankaktien auf Talfahrt geschickt.Überlebt der Euro die Krise?
Die Reflexe demonstrieren vor allem eines: Es ist derzeit jedes Mittel recht, von der Schuldenkrise und vor allem den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Es drängt sich der Verdacht auf, dass vor allem die Politik nichts lieber täte, als den Überbringern der schlechten Nachrichten - in dem Fall den Ratingagenturen - den Kopf abzuschlagen. Und die schlechten Nachrichten sind: Die Finanzen der Euro -Peripheriestaaten sind in einem schlimmen Zustand, die Rückkehr nicht nur Griechenlands, sondern auch Portugals und Irlands an den Kapitalmarkt in den kommenden zwei bis drei Jahren illusorisch und die Ansteckungsgefahr der Schuldenkrise latent.
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Euro-Rettung: Wer einmal lügt …

24. June 2011

The European, von Wim Kösters. - Wenn die Europäische Union weiter nur auf die wirtschaftlichen Entwicklungen reagiert, statt sie in die Hand zu nehmen, verhebt sie sich an der Schuldenkrise ihrer Mitgliedsländer. Seit über einem Jahr wird „der Euro gerettet“, aber die Finanzmärkte scheinen davon nichts zu merken. Der Europäische Rat beschließt riesige Rettungsschirme und überweist zweistellige Milliardenbeträge an Griechenland, Irland und Portugal. Doch insbesondere in Griechenland verschlechtern sich wichtige Indikatoren weiter: die Renditen der Staatsanleihen und die Prämien für die Versicherung gegen ihren Ausfall (CDS) steigen, die Ratings werden immer schlechter. Was läuft falsch?
Ein Blick zurück: Im Mai 2010 brachen die Staats- und Regierungschefs der EU die Europäischen Verträge, um Rettungsschirme einzurichten und so „die internationale Spekulation gegen den Euro“ zu bekämpfen. Der französische Präsident Sarkozy verkündete am Tag nach den Beschlüssen triumphierend, dass es endlich zu einer veritablen Wirtschaftsregierung für die Europäische Währungsunion (EWU) nach französischen Vorstellungen gekommen sei und alle Institutionen der EWU (einschließlich der EZB) bereit seien, ohne Gnade gegen die Spekulation zu kämpfen. Die Entscheidung über Rettungsmaßnahmen wird seitdem von Fall zu Fall vom Europäischen Rat getroffen. Die Entwicklungen im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass damit der falsche Weg zur Lösung der Krise eingeschlagen wurde. Der Europäische Rat verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit, weil er nicht regiert und agiert, sondern nur reagiert. Und der ungebrochen hohe Eurokurs hat die Behauptung einer internationalen Spekulation gegen den Euro zwischenzeitlich als Mär entlarvt.
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GfK-Umfrage: Nur 9 Prozent vertrauen der Regierung

17. June 2011

Handelsblatt, dpa. - Nürnberg. Das Vertrauen der Bundesbürger in ihre Politiker schwindet laut einer Umfrage weiter. Derzeit vertrauten nur noch 9 Prozent der Menschen Parlamentariern und Regierungsmitgliedern. Im vergangenen Jahr habe der Anteil noch bei 14 Prozent gelegen, geht aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor.
Besonders großes Vertrauen genießen Feuerwehrleute (98 Prozent), Ärzte (89 Prozent), Postangestellte (86 Prozent), Polizisten (85 Prozent) und Lehrer (84 Prozent). Das geht aus dem alljährlich ermittelten GfK-Vertrauensindex hervor. Die Gesellschaft befragte dazu im März und April knapp 20 000 Menschen in 18 Ländern, in Deutschland waren es etwa 2000.
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Umschuldung für Griechenland - Pest und Cholera

16. June 2011

The European, von Marcel Tyrell. - Die Überschuldung Griechenlands stellt uns vor eine ausweglose Situation: Jede der diskutierten Optionen wird große Opfer fordern, die Frage ist nur, von wem. Entweder verliert Griechenland den Kampf gegen die Schuldenlast, oder die Europäische Zentralbank ihre Reputation. Die bösen Geister werden wir nicht mehr los.
Die griechische Schuldenkrise spitzt sich täglich weiter zu. EU und IWF spielen auf Zeit und hoffen auf eine Lösung, die es jedoch ohne eine Umschuldung nicht geben kann. Denn eines ist klar: Ein Land mit einer Schuldenquote von mehr als 150 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, einem laufenden Staatshaushaltsdefizit von über 10 Prozent, welches zudem tief in einer Rezession steckt und die Reformmaßnahmen nicht mehr der Bevölkerung vermitteln kann, wird seine Schulden kurz-, mittel- und langfristig nicht bedienen können.
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Bio-Boom - Warum Deutsche Vorreiter beim Ökowahn sind

15. June 2011

Die Welt, von Melanie Hofmann. - Die Anzahl der Firmen, die versuchen, mit dem Öko-Image Geld zu verdienen, steigt. Der Markt ist riesig, aber Fehler werden von den Kunden hart bestraft.
Öko ist überall: E-Plus bringt einen Umwelttarif auf den Markt, Audi und VW investieren in Wind- und Solarenergie, Krombacher rettet schon länger den Regenwald und der Sportartikelhersteller Puma legt seine erste Klimabilanz vor. Das Thema Nachhaltigkeit gehört heute zum guten Ruf.
Doch in erster Linie geht es den Unternehmen natürlich darum, dass sich das gute Image in Form von steigenden Gewinnen niederschlägt. Doch geht diese Rechnung auf? Folgen die Kunden den Kampagnen?
Zumindest in der Lebensmittel- und Textilbranche sei großes Wachstum möglich, sagt Martin Kreeb vom Lehrstuhl für Umweltmanagement der Universität Hohenheim. Das Marktpotenzial für nachhaltige Produkte liegt in diesen Branchen bei 25 bis 30 Prozent, wie eine Studie der Universität herausgefunden hat.
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Hotelmarkt - Starwood will Präsenz zeigen

9. June 2011

Immobilien Zeitung. - Nach­dem Star­wood die Ho­tels sei­ner Mar­ken künf­tig al­lei­ne be­trei­ben wird, will die ame­ri­ka­ni­sche Ho­tel­ket­te hier­zu­lan­de ak­ti­ver sein. Man sei künf­tig frei­er bei der Wahl der Part­ner, heißt es. Und auch die Deutsch­land­pre­mie­re wei­te­rer Star­wood-Mar­ken sei mög­lich.
“Wir wol­len am deut­schen Markt prä­sen­ter sein als je zuvor”, sagt Tho­mas Will­ms, bei Star­wood Ho­tels & Res­sorts für Zen­tral- und Ost­eu­ro­pa ver­ant­wort­li­cher Re­gio­nal Vice Pre­si­dent. Bis­her war Star­wood in Deutsch­land nur über ein 50%-Joint-Ven­ture mit der zur Schörghu­ber-Grup­pe ge­hö­ren­den Ara­bel­la Hos­pi­ta­li­ty Group ver­tre­ten. Zum 1. Juli wird Star­wood die Ho­tels künf­tig al­lei­ne be­trei­ben, wäh­rend Schörghu­ber sich auf den Im­mo­bi­li­en­be­sitz kon­zen­triert.
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Hotelleriesuisse setzt Schwerpunkte in der politischen Agenda

9. June 2011

Jungfrau Zeitung. - Die Hoteliers der Schweiz trafen sich in St. Gallen. Hotelleriesuisse-Präsident Guglielmo L. Brentel forderte mehr Unterstützung für die Tourismusbranche von Bund und Kantonen. Ein wichtiges Thema war auch der schwache Euro.
Die Reputation der Schweizer Hotellerie ist wieder intakt. Dennoch warten zahlreiche Herausforderungen auf die Schweizer Beherberger. Am 4. Tag der Schweizer Hotellerie in der Tonhalle in St. Gallen informierten sich über 250 Hoteliers, darunter zahlreiche aus dem Mikrokosmos Jungfrau, über die Zukunftsaussichten für die Branche. Das Thema, das am meisten bewegt, ist nach wie vor der starke Schweizer Franken. «Die Aussichten für das laufende Jahr sind nach wie vor unsicher», erklärte der Unterseener Guglielmo L. Brentel, Präsident Hotelleriesuisse. «Nach den Konjunkturaussichten von BAK Basel, zeichnet sich keine Besserung vor 2012 und 2013 ab, bis dahin sollte der Eurokurs wieder auf 1.40 Franken ansteigen.» Die Investitionen, die jährlich in der Hotellerie getätigt werden, zeigten die Professionalität und die Qualität der Branche auf. «In unserem Land können wir es nicht günstiger machen, sondern nur besser.»
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Schlüsselfaktoren des Markterfolges

9. June 2011

baiser.ch - Die Anforderungen an modernes Hotelmarketing stehen im Fokus des diesjährigen IHA-Hotelkongresses. Mehr als 200 führende Hoteliers sind in Freiburg im Breisgau zusammen gekommen, um über zukunftsweisende Geschäftsansätze und die Hotelmärkte von morgen zu diskutieren. Neben den Schwerpunkten Social Media und Online-Distribution geht es beim Branchentreff des Hotelverbandes Deutschland (IHA) auch um Gesundheitstourismus und Green Hospitality. “Die rasante Weiterentwicklung des Internets und der sozialen Netzwerke zieht dramatische Veränderungen für das Hotelmarketing nach sich”, sagte der IHA-Vorsitzende Fritz G. Dreesen zu Beginn des Hotelkongresses in Freiburg.
“Neue Kommunikations- und Distributionskanäle sowie die fast grenzenlose Angebots- und Preistransparenz im Netz stellen die Hotellerie vor grosse Herausforderungen. Angesichts zunehmender Konvergenz sind grundlegende, klare und faire Prinzipien für alle Marktteilnehmer wichtiger denn je.”
Mit Blick auf die zum Teil marktbeherrschende Dominanz einiger weniger Online-Buchungsportale verwies Dreesen in diesem Zusammenhang auf das Positionspapier mit 20 “Eckpunkten fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen”, das auf Initiative des Hotelverbandes Deutschland vom europäischen Branchenverband Hotrec erarbeitet wurde.
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Toskana - Tui baut ein Dorf zum Luxus-Ferienort um

7. June 2011

Focus, von bf/dpa. - Ein edles Feriendorf in der malerischen Hügellandschaft der Toskana – schon 2009 wollte Tui mit dem Bau fertig sein. Nach einem langen Genehmigungsverfahren ist jetzt Baubeginn.
Ein Dorf in den sanften Hügeln der Toskana, eine Kirche, eine Burg, ein Golfplatz, Wein und Gemüse aus eigenem Anbau: So soll das neue, exklusive Ferienparadies der Tui aussehen. Nach jahrelanger Planungszeit gab der größte europäische Reisekonzern jetzt den Startschuss für den Bau. Der Konzern will damit auch angesichts immer wieder schwankender Ergebnisse bei Pauschalreisen neue Wege beschreiten. „Mit diesem Projekt schlagen wir ein neues Kapitel von Tui Hotels & Resorts auf“, sagt Tui-Chef Michael Frenzel. Die Wohnungen und Ferienhäuser sollen zum Teil verkauft und die Hotels auch an andere Betreiber vergeben werden. Sie sollen nicht hauptsächlich nur den Gästen des Reiseveranstalters vorbehalten sein. „Wir werden damit Projektentwickler“, sagt Uwe Kattwinkel. Alle Immobilien werden international vermarktet. „Wir wollen kein deutsches Dorf daraus machen“, so der Tui-Sprecher.
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Familienurlaub in der Goldenen Stadt Prag

7. June 2011

Pregas. Die Sommerferien rücken zunehmend in Reichweite und bei vielen wird es damit wieder Zeit für einen Familienurlaub. Nicht immer ist eine Reise mit den Liebsten unkompliziert, bekanntermaßen sind bei Groß und Klein die Interessen oft verschieden, aber der Urlaub soll natürlich für alle ein schönes Erlebnis werden. Ein Tipp ist deshalb eine Reise in die „Goldene Stadt“ Prag: Ganz gleich ob kulturell, musikalisch, sportlich oder landschaftlich, die Hauptstadt der Tschechischen Republik bietet jedem etwas. Im Rahmen des Sommerangebotes bieten die Prager CPH Hotels Familienpreise ab Euro 20,00 pro Person an.
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Trend beim Familienurlaub - Oma kommt auch mit

6. June 2011

Rheinische Post, von Andreas Heimann. - Früher waren Papa und Mama verheiratet und hatten gemeinsam zwei Kinder. Heute sind Singles mit Kindern genauso normal wie Patchworkfamilien. Auch der Familienurlaub sieht deshalb längst ganz anders aus. Manchmal schließt sich die unverheiratete Schwester des Vaters an, oder die Großeltern kommen mit. “Familie gibt es in vielen Facetten”, sagt Stefanie Schulze zur Wiesch von der Tui. “Und die deutsche Familie ist sehr bunt geworden”, ergänzt Axel Hübner, Produktmanager für Familienreisen bei Neckermann Reisen. Genauso bunt geht es am Strand und im Hotel zu.
“Da verreisen Eltern mit Kindern, Großeltern mit Enkeln, Großeltern mit Kindern und Enkeln, Singles mit Kindern oder Patchwork-Familien”, zählt Hans Schaefer von Robinson auf, dem Marktführer bei den Clubreisen in Deutschland. “Dass Großeltern mit Enkeln Urlaub machen, ist sicher ein Marktsegment, das noch an Bedeutung gewinnt”, sagt der Tourismusexperte Prof. Torsten Kirstges von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. “Die ältere Generation ist heute viel rüstiger, reist gerne, nimmt die Enkel mit und macht sich eine schöne Zeit.”
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Klimaneutrale Hotels in Deutschland

3. June 2011

Deaf News Magazin. - Wer seinen Hotelaufenthalt guten Gewissens im Einklang mit der Umwelt genießen möchte, kann seinen Urlaub in einem der so genannten Klima-Hotels verbringen. Die Unterkünfte setzen auf Nachhaltigkeit – ohne dass der Gast auf den gewohnten Komfort verzichten muss. Zum “Tag der Umwelt” am 5.Juni stellt das Reiseportal HolidayCheck.de zehn klimaneutrale Hotels in Deutschland vor.
Explorer Hotel*** in Fischen/ Allgäu
Grün ist nicht nur der Anstrich des Hotels. Im ersten Passivhotel Europas funktioniert alles nach dem ökonomisch nachhaltigen Prinzip: Minimierung der Energieverluste und Maximierung der Energiegewinne. Trotzdem muss man hier nicht auf Annehmlichkeiten verzichten. Modernes Design, ein junges Team und eine entspannte Atmosphäre sorgen für Wohlfühl-Urlaub.
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Nachhaltiger Tourismus: Es fehlt an Aufklärung und Transparenz

31. May 2011

von Katja Kruse, touristiklounge.de - Beim Deutschen Skal-Tag 2011 befassten sich Unternehmer und Führungskräfte der Tourismusindustrie mit dem Thema “Nachhaltigkeit”. Dabei zeigte sich, dass Reisekunden überwiegend nicht bereit sind, für umwelt- und sozialverträglichen Urlaub mehr Geld auszugeben.
Die Zahl der bewusst lebenden Bundesbürger, die auch umwelt- und sozialverträglich reisen möchten, wächst auf bislang niedrigem Niveau stetig. Doch die große Mehrheit der Reisenden ist noch nicht bereit, für nachhaltigen Urlaub mehr Geld auszugeben. Dies ergab eine Podiumsdiskussion beim Deutschen Skål-Tag am 28. Mai in Darmstadt, wo sich rund 150 Unternehmer und Führungskräfte der Tourismusindustrie mit dem Thema “Nachhaltigkeit im Tourismus - Verantwortung übernehmen, Chancen nutzen” befassten.
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Armani-Hotel im Burj Khalifa

27. May 2011

Die Welt, von Heinz Horrmann. - Giorgio Armanis erstes Designer-Hotel in der 828 Meter hohen, zum Himmel strebenden Riesennadel Burj Khalifa ist vom Design, vom Zusammenspiel der warmen Erd- und Steinfarben ohne grelle Töne eine Offenbarung. Dazu kommt noch die Großzügigkeit des Raumangebots in den 160 Gästezimmern und Suiten. Alles, was der mittlerweile 77-jährige Modeschöpfer ausgesucht und entworfen hatte, begeisterte mich als Hotelinspektor für den TV-Sender Vox für einige Tage im ersten Hotel des erfolgreichen Gestalters. Wer, wie ich, freilich davon derart fasziniert ist, darf auch Kritisches anmerken, wenn es um die Schwachstellen der Nobelherberge geht.
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InterContinental Berchtesgaden Resort: Turnaround endlich geschafft

23. May 2011

HotTelling. - Gute Nachrichten vom Obersalzberg: Das InterContinental Berchtesgaden Resort verzeichnete mit 14 Prozent mehr Umsatz und 22 Prozent mehr beim Revpar ein deutliches Plus im vergangenen Jahr. Das operative Ergebnis wuchs um eine halbe Million Euro auf einen operativen Gewinn von 185.805 Euro. Die durchschnittliche Belegungsquote lag 2010 bei 53,5 Prozent.
Damit scheint der Turnaround geschafft zu sein. 2009 war laut „Handelsblatt“ ein Negativergebnis von 3,905 Millionen Euro aufgelaufen. Die Betriebsgesellschaft, eine Tochter der Bayerischen Landesbank, habe auch 2008 ein Defizit von 2,937 Millionen Euro verzeichnet. Insgesamt sollen rund 18 Millionen Euro mit dem Betrieb des Anfang 2005 eröffneten 138-Zimmer-Hauses verbraucht worden sein. Der Bau auf dem Obersalzberg hat rund 50 Millionen Euro gekostet.
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Die besten Frühstücks-Hotels

21. May 2011

Welt online, von Heinz Horrmann. - Wo Köstlichkeiten am Buffet einen “Guten Morgen” bescheren. Einen schönen guten Morgen, lieber Gast.” Für viele deutsche Hotels scheint dieser fromme Wunsch in Wirklichkeit keinerlei Bedeutung zu haben. Da ist das Frühstück alles andere als schön, sondern das erste Ärgernis des Tages. Unwilliger, lustloser Service, schlecht oder gar nicht nachgelegte Buffets, traurige, oft miserabel aufgebackene Brotauswahl, dünnes Früchteangebot. Die Liste könnte ich beliebig verlängern. Auch der Roomservice (wer morgens noch keine anderen Menschen sehen möchte) sorgt leider häufig mit der ersten Mahlzeit für einen Fehlstart in den Tag. Dementsprechend beglückend sind die Ausnahmen. Nach meinen Erfahrungen verrate ich Ihnen die Herbergen mit dem angenehmsten Frühstück im Lande.

Das Privathotel von Hermann Bareiss in Baiersbronn (Mitteltal) im Schwarzwald mit einem Drei-Sterne-Abendrestaurant ist für die erste Mahlzeit des Tages mein Favorit. Allein die Schinkenauswahl ist etwas Besonderes. Ein Dutzend Sorten der köstlichen Schweinebeine, im Katenrauch oder in der Waldluft gereift, von Pata Negra bis zum Schwarzwälder, werden auf edelste Art offeriert. Ein Koch steht am Buffet stets bereit, frisch vom ganzen Schinken wegzuschneiden, ein zweiter Koch in blütenweißer Montur richtet Eierspeisen und Waffeln an.
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Marketingstrategie - Reisebranche plant Investitionen in Mobile Commerce

20. May 2011

Absatzwirtschaft. - Das Tourismusjahr 2010 war aus Sicht der Branche ausgesprochen erfreulich, wie das Unternehmen „Ulysses Web-Tourismus“ mit einer neuen Studie belegt. 2010 setzte die deutsche Tourismuswirtschaft insgesamt 48,05 Milliarden Euro um – soviel wie nie zuvor. Gegenüber dem von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise stark betroffenem Jahr 2009 wuchs der Tourismusumsatz um rund 2,8 Milliarden Euro (plus 6,1 Prozent), während der Online-Tourismus im gleichen Zeitraum sogar um 7,9 Prozent auf nun 20,1 Milliarden Euro anstieg. Somit werden in Deutschland inzwischen 41,7 Prozent aller im Tourismus erzielten Umsätze über webbasierte Lösungen erwirtschaftet. Im Business-to-Consumer-Bereich ist allein der Tourismus für über ein Viertel des gesamten deutschen E-Commerce von rund 50 Milliarden Euro verantwortlich.
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Der Traum von Luxus - ein Bildband erzählt die Geschichte berühmter Hotels

19. May 2011

Hamburger Abendblatt. - Die Einführung der Eisenbahn und immer neue Dampfschifffahrtslinien ermöglichten seit der Belle Époque einer wachsenden Zahl von Menschen, andere Städte und Länder zu besuchen. Da Reisen ein Privileg des gehobenen Bürgertums war, entstand ein Bedarf an standesgemäßen Unterkünften. Beim Bau der Hotels, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts weltweit in großen Städten und Zentren des Fremdenverkehrs entstanden, orientierten sich die Architekten an der Schlossarchitektur, boten aber zugleich allen erdenklichen modernen Komfort. Einige dieser fantastischen Luxushotels, mit denen sich Legenden, Romane, Affären und manchmal auch Kriminalfälle verbinden, gibt es noch heute.
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Grüne Revolution: Die herzliche Ökodiktatur

16. May 2011

FAZ, von Winand von Petersdorff. - Ministerpräsident Kretschmann ist das Gesicht der grünen Revolution. Die zwingt die Bürger zu Biosprit, Wärmedämmung und Solarstrom. Gegenwehr? Absolut zwecklos. […] Wenn man grüne Spitzenpolitiker unterteilt, dann gibt es jene, die von Nachhaltigkeit reden und die Macht meinen, und jene, die von Nachhaltigkeit reden, und es ernst meinen. Zu den Letzteren gehört Kretschmann, den nach eigenen Angaben „die emphatische Liebe zur Natur“ bewogen hat, die grüne Partei mit zu gründen. Deshalb sind seine Sätze nicht polittaktische Provokation oder reiner Balsam für die Basis, sondern bitter ernst zu nehmen: „Wir müssen unser Lebensmodell mit den Grundlagen des Planeten übereinbringen. Wir schädigen mit unserer Wirtschaftsweise den Planeten.“ Für die Fahrzeugbranche heißt das dann: „Wenn die Automobilindustrie es nicht schafft, grüner zu werden, wird sie keine Zukunft haben.“ Konkret wird der Ministerpräsident dann beim Energiekonzern ENBW, an dem das Land eine Minderheit hält. Er muss zum Ökostromanbieter umgebaut werden, das ist das klare Ziel. Kretschmanns Umweltminister entwirft schon die Unternehmensstrategie: Der Energiekonzern ENBW könnte sein Stromnetz verkaufen, um die Erträge in Ökoenergie zu investieren.
Das ist nicht mehr harmlos: Kaum im Amt, beginnt schon die mentale Verstaatlichung von Konzernen, an denen das Land nicht die Mehrheit hält. Doch niemand bekrittelt solche Eingriffspläne in einer Zeit, in der die Vorkämpfer für Ökologie und gegen Atomkraft die Leute wie die Moral auf ihrer Seite wissen. Es sind längst nicht mehr nur die Grünen, die in private und unternehmerische Freiheiten hineinregieren, um das Volk auf einen ökologischen Lebensstil zu trimmen. Es wächst eine Ökotyrannei in Deutschland, sie stützt sich auf eine große Mehrheit. Und die Bundesregierung steht an der Spitze.
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Formel zur Erlösung

14. May 2011

Die Welt, von Dirk Maxeiner. - Alle Welt redet von Nachhaltigkeit. Aber was soll das überhaupt bedeuten? Die Idee einer global gesteuerten Ressourcenbewirtschaftung ist utopisch und im Kern totalitär. Scharlatane haben sich zu allen Zeiten hinter Wort-Ungetümen versteckt. Das soll den normalen Menschenverstand auf Distanz halten. Ein aktuelles Beispiel liefert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) mit seinem Bericht “Welt im Wandel”. Es handelt sich laut Autoren um einen “Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation”, die wir uns als Ende des “fossilen industriellen Metabolismus” und als “Übergang zur Nachhaltigkeit” vorzustellen haben. Die neue “Weltgesellschaft” soll mit deutschem Know-how verwirklicht werden, und zwar durch “tief greifende Änderungen von Infrastrukturen, Produktionsprozessen, Regulierungssystemen und Lebensstilen”. Der Gremiumsvorsitzende Hans Joachim Schellnhuber schlägt deshalb Volksentscheide mit Teilnahmepflicht oder Ombudsleute für die Rechte künftiger Generationen vor. Bundeskanzlerin Merkel bezeichnet Nachhaltigkeit als Leitprinzip der Bundesregierung und fordert die Deutschen auf, “über alle Lebensbereiche hinweg den Nachhaltigkeitsgedanken zu verinnerlichen”.
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Facebooks PR-Krieg gegen Google - “Das war ein großer Fehler”

13. May 2011

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkkorrespondent Washington. - Das soziale Netzwerk Facebook hat sich mit einer Schmutz-Kampagne gegen den Internetriesen Google blamiert. Eine PR-Agentur sollte dafür sorgen, dass kritische Berichte über Googles Umgang mit dem Datenschutz erscheinen - doch der Geheimplan flog auf. […] Facebook engagierte den PR-Giganten Burson-Marsteller, eine der größten Public-Relations-Firmen der Welt. Mit großem Engagement versuchte der PR-Profi im Geheimauftrag von Facebook in Amerikas einflussreichen Medien wie Washington Post, USA Today und der erfolgreichsten US-Internetzeitung “Huffington Post” rufschädigende Artikel über Google zu platzieren. Der Tenor: Mit Hilfe seines Dienstes “Social Circle” wolle Google höchst private Dossiers über Millionen von Nutzern anlegen. Den berühmten US-Blogger Christopher Soghoian wollte die PR-Firma sogar für scharfe Anti-Google-Kommentare gewinnen, geschrieben von zwei der besten Ghostwriter, die Burson-Marsteller zu bieten hat.
Der Schuss ging nach hinten los
Starblogger Soghoian lehnte dankend ab, drehte den Kampagnenspieß um und veröffentliche die Emails, in denen Facebooks PR-Agentur ihn zum Google-Rufmord aufgefordert hatte. Nein, man habe keineswegs eine Negativ-Kampagne gegen Google geplant, behauptet jetzt Facebook, sondern sich lediglich Sorgen um die Datensicherheit der Google- Nutzer gemacht. Welch eine Ironie: Ausgerechnet Facebook übt sich in der Rolle des Datenschützers. Und ausgerechnet die Superprofis des World Wide Web um Mark Zuckerberg glaubten allen Ernstes, dass im Internetzeitalter die bei einer PR-Agentur in Auftrag gegebene Schmierenkampagne gegen einen Hauptkonkurrenten geheim bleiben kann.
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Wie Investments «sauber» und sicher werden

10. May 2011

Cash, von Peter Hody. - Die Finanzkrise zeigte: Sozial und ökologisch verantwortungsvolle Investments sind vor einem Absturz nicht gefeit. Mit einem erweiterten Investment-Ansatz soll sich auch der Schutz vor der nächsten Krise einstellen. Aus der Finanzkrise wurde manche Lehre gezogen, unter anderem auch diese: Aktien-Portfolios, die aufgrund von sozial und ökologisch nachhaltigen Kriterien zusammengestellt waren, sind erstens sang- und klanglos im grossen Strudel des Kurszerfalls mituntergegangen. Zweitens zeigte sich damit, dass die für Nachhaltigkeits-Investments verwendeten Indikatoren untauglich sind, um die Risiken von externen Schocks zu aufzuzeigen oder zu vermindern. In der Schweiz gibt es dafür zwei schöne Anschauungs-Beispiele: Die UBS und Swiss Re rangierten jahrelang immer weit vorne in den Nachhaltigkeits-Ratings. Die Finanzkrise brachte bei Unternehmen an den Rand des Bankrotts.
Hat der SRI-Investment-Ansatz versagt?
Anbieter von nachhaltigen oder „social responsible“ Investments (SRI) argumentieren oft mit dem geringerem Risiko gegenüber so genannten Externalitäten, die solche Portfolios aufweisen. Die Finanzkrise zeigte allerdings, dass sich dieses verminderte Risiko allein auf die Reputation des Anlegers beziehen lässt, die bei SRI-Investments weniger oder nicht in Gefahr steht, in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Auf die Rendite hat diese Risikoklasse keinen Einfluss.
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Physiker und Metaphysiker

29. April 2011

Die Achse des Guten / Weltwoche 17/11, von Henryk M. Broder. - […] Wenn es bei Mercedes kriselt, fangen in Schleswig-Holstein die Lichter an zu flackern. Unter anderem deswegen, weil Baden-Württemberg, ebenso wie Bayern, zu den wirtschaftlich starken Ländern gehört, die über den «Länder­finanzausgleich» die schwachen Länder ­bezuschussen. Nun will Kretschmann die Auto­mobilproduktion runterfahren, zum Wohle der Umwelt. Es ist ein Traum, so alt wie die grüne Bewegung, deren Vertreter ihre negative Einstellung zum Auto erst dann überdenken, wenn sie einen Dienst­wagen gestellt bekommen. Deswegen muss man nicht befürchten, dass die Bürger von Baden-Württemberg nach Kretschmanns Amtsantritt verpflichtet werden, zum Einkaufen zu laufen, zum Arzt mit dem Fahrrad zu fahren, für Umzüge die Bahn zu nehmen und nur in ausgewiesenen Notfällen die Feuerwehr zu rufen.
Was man dagegen befürchten muss, das ist die allmähliche Transformation der bürgerlichen Demokratie in eine Erziehungsdiktatur, in der die Haltung zur Öko-Frage über die ­Zugehörigkeit oder den Ausschluss aus dem sozialen Netzwerk namens Gesellschaft entscheidet. Massnahmen, die als alternativlos deklariert werden, lassen keinen Zweifel zu, entziehen sich jeder Debatte. Wer sich ausserhalb des «Konsenses» stellt, der hat nicht eine abweichende Meinung, der ist ein Konsensverweigerer, ein Geisterfahrer gegen den Strom der Zeit, der aus dem Verkehr gezogen werden muss, der Sicherheit aller anderen Teilnehmer zuliebe. Wobei das Einzige, was den «Konsens» legitimiert, die Meinung eines Ministers ist oder eine Meinungsumfrage, die eine Stimmung wiedergibt, die ihrerseits von der Nachrichtenlage abhängig ist.
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Kritik, Proteste und gute Zahlen bei RWE

20. April 2011

von WDR. - Die Atomkatastrophe in Japan setzt den Essener Energiekonzern RWE bei seiner Hauptversammlung unter Druck. Der Konzernvorstand musste sich am Mittwoch (20.04.11) sowohl dem Protest von Atomgegnern vor der Grugahalle stellen, als auch seinen Atomkurs vor den Aktionären verteidigen.
Die Aktionäre stehen nicht geschlossen hinter der Strategie von Vorstandschef Jürgen Großmann, der auch nach den Ereignisse in Japan weiterhin auf Atomkraft setzt. Eine ablehnende Haltung, die viele Gründe hat. Auf der einen Seite scheuen institutionelle Anleger wie beispielsweise Union Investment das Risiko, Geld in den Bau neuer Kernkraftwerke im Ausland zu stecken. Auf der anderen Seite stehen die kommunalen Anteilseigner von RWE, die teilweise in ihren Städten und Gemeinden aus der Atomkraft aussteigen wollen und um ihre Glaubwürdigkeit fürchten. Und schließlich kritisieren Aktionärsvertreter, dass Reputation und Akzeptanz von RWE gefährdet würden. RWE betreibt in Deutschland fünf der insgesamt 17 Reaktoren.
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Europäische Zentralbank - Kampf um Trichet-Nachfolge

19. April 2011

von Frankfurter Rundschau. - Im Rennen um die Nachfolge des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet spielt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Zeit. Am Ende aber wird sie das Nachrücken des Italieners Mario Draghi kaum verhindern können.
Den Deutschen bleibt in der Euro-Krise nichts erspart. Erst müssen sie ihr Steuergeld herausrücken, um Defizitsündern zu helfen. Nun wird bald auch noch ein Italiener ihr Geld kontrollieren: Der Römer Mario Draghi soll im Herbst Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Dafür tritt mittlerweile Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) klar ein. Nur die Kanzlerin muss noch herausfinden, wie sie dies der Bevölkerung erklärt.
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Reputation launderers: the London PR firms with their own image problems

28. March 2011

Thisislondon, by Gideon Spanier. - London’s public relations industry has got a PR problem. Top firms such as Bell Pottinger, Brown Lloyd James, Portland and Grayling are coming under intense scrutiny because of their work for foreign governments or in regimes of dubious repute.
The catalyst has been the Arab uprisings in Libya, Egypt, Bahrain and Tunisia, which have raised questions about the ethics of these PR firms. Critics claim that London has turned into the global capital of reputation laundering.
Bell Pottinger, run by Margaret Thatcher’s former image adviser Lord Bell, has already faced protests outside its High Holborn office because of its work for Bahrain.
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Die klugen Köpfe in Ghadhafis Dienst

26. March 2011

Tagesanzeiger, von Walter Niederberger. - Der libysche Diktator hat angesehene Professoren bezahlt, um seinen Ruf im Westen aufzupolieren. Er ist nicht der einzige Despot, der PR-Firmen in den USA anheuert. Der frühere Berater des damaligen britischen Premierministers Tony Blair und Professor an der London School of Economics, Anthony Giddens, versicherte 2007 in einem Leitartikel, Libyen könne «zum Norwegen Nordafrikas» werden. Der frühere Berater von US-Präsident Bill Clinton und Harvard-Professor, Joseph Nye, lobte im gleichen Jahr, Muammar al-Ghadhafi sei ernsthaft an der «direkten Demokratie» interessiert.
Ebenfalls 2007 führte Professor Benjamin Barber von der Rutgers-Universität in einem Zeitungsbeitrag aus, Libyen sei drauf und dran, «friedlich und ohne westliche Intervention zu einer stabilen, nicht autokratischen Regierung» zu finden. Solche geballt optimistische Einschätzungen waren kein Zufall, sondern Resultat einer von Ghadhafi bezahlten PR-Kampagne, die von der Monitor Group geführt wurde, einer mit der amerikanischen Elite-Universität Harvard verbundenen Beratungsfirma.
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Besser als Fischer

5. March 2011

von FOCUS-Chefredakteur Wolfram Weimer. - Die politische Linke jubelt über Guttenbergs Rückzug. Sie hat damit den populärsten Konservativen des Landes zur Strecke gebracht. Doch das Feixen könnte zum Bumerang werden. FOCUS-Chefredakteur Wolfram Weimer über das Thema der Woche. Der Rücktritt Guttenbergs ist die richtige Entscheidung gewesen. Moralisch wie politisch. Der Verteidigungsminister hat bei seiner Doktorarbeit inakzeptable Fehler begangen, die sein kostbarstes Gut untergraben: Integrität. Nun steht er dafür ein und zahlt einen hohen Preis – er verliert alles: Titel, Amt, Macht. Seine gesamte Lebensleistung liegt in Trümmern. Anders als viele andere Politiker legt Guttenberg sogar sein Bundestagsmandat nieder. Er meint es bitter ernst mit seiner Buße. Und gewinnt genau so – wie weiland Margot Käßmann – neue Reputation zurück.
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Unabhängigkeit der EZB in Gefahr

28. February 2011

von Credit-Vergleich.de - Einmischungen der Politik in das Vorgehen und Handeln der EZB (Europäische Zentralbank) sind nicht nur äußerst selten, sie sind auch unerwünscht, denn die EZB handelt unabhängig von den Interessen der Politik. Die Aufgabe der EZB ist die Preisstabilität in der Eurozone zu sichern und die Geldpolitik festzulegen, unabhängig und neutral jeglicher politischer Einflussnahme. Nun steht die EZB aufgrund der Euro-Krise nicht nur unter starkem Druck, überraschenderweise äußerte sich jetzt Bundespräsident Wulff und stellte eine klare Forderung an EZB-Chef Trichet. Wullf kritisiert die Käufe der Staatsanleihen durch die EZB und steht mit seiner Kritik nicht allein dar, denn auch Italiens Notenbankchef Mario Draghi hatte das Vorgehen kritisiert.
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Hat Guttenberg seine Glaubwürdigkeit verloren?

21. February 2011

Focus, von Thomas Röll. - Auf seinen Doktortitel will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorerst verzichten. Doch die Fußnoten-Affäre könnte ihn weit mehr kosten: seine Reputation. Für seine Fans ist der Fall klar: Gegen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg läuft eine perfide Kampagne. Linke, Neider und die Opposition wollen dem CSU-Mann schaden. Weil sie dem äußerst populären Minister in der täglichen politischen Auseinandersetzung nicht das Wasser reichen können, bewerfen sie ihn jetzt mit Schmutz und behaupten, er habe seine Doktorarbeit in Teilen abgeschrieben. Was seinen politischen Gegnern weder in der Kundus- noch in der Gorch-Fock-Affäre gelungen ist, versuchen sie jetzt, so die Argumentation, anhand einiger fehlender Fußnoten zu erreichen. Die Glaubwürdigkeit Guttenbergs soll zerstört werden. Gut, vielleicht hat Guttenberg nicht immer ganz sauber zitiert, aber sind das nicht lässliche Sünden für einen, der mit 37 Jahren zunächst Wirtschafts- und dann Verteidigungsminister wurde und zu weit Höherem berufen ist: bayerischer Ministerpräsident oder am besten gleich Bundeskanzler? […] Doch Guttenbergs eigentliches Problem ist nicht die Frage, wie viele Seiten seiner Doktorarbeit von ihm selber stammen. Es geht nicht in erster Linie um das „Abzählen von Fußnoten und Anführungszeichen in juristischen Dissertationen“, wie CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt meint. Dafür interessieren sich nur die allerwenigsten. Als es im vergangenen Jahr Meldungen über mögliche Unsauberkeiten bei der Doktorarbeit von Familienministerin Kristina Schröder gab, ebbte die Aufregung sehr schnell wieder ab. Mit den Feinheiten des Promotionsrechts lässt sich keine öffentliche Debatte bestreiten.
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Bankenverband verlangt bessere Reputation

18. February 2011

Liechtensteiner Vaterland, von sda. - Der Bankenverband fordert einen angesehenden und nachhaltig agierenden Finanzplatz. Der Finanzplatz Liechtenstein will sich neu positionieren und die Kernwerte Qualität, Stabilität und Nachhaltigkeit hoch halten. Die neue Strategie soll nicht zuletzt die Reputation des Finanzplatzes verbessern. Zentral ist die Null- Toleranz in Missbrauchsfragen. Vaduz. – «Unsere Vision ist es, als angesehener, nachhaltig agierender und stabiler Finanzplatz wahrgenommen zu werden», wird Adolf Real, Präsident des Liechtensteinischen Bankenverbandes, am Freitag in einer Mitteilung zitiert. Der Finanzplatz will sich als Kompetenzzentrum für nachhaltige Anlagen und Vorreiter bei sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit etablieren.
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Weber ist ein Risiko für den Ruf der Deutschen Bank

14. February 2011

Die Welt, von Jörg Eigendorf und Sebastian Jost. - Deutsche-Bank-Chef Ackermann hatte Axel Weber als Nachfolger im Visier. Doch nach der Fahnenflucht ist er als Chef eigentlich kaum tragbar. […] Denn zu diesem Zeitpunkt, im Sommer 2010, weiß der amtierende Vorstandschef Ackermann schon ziemlich genau, wen er gern eines Tages als seinen Nachfolger sähe: den Notenbanker Weber. Staatsmännisch, redegewandt, mit Wurzeln in Deutschland und besten politischen Verbindungen. Ackermann weiß aber auch: Es wird keine leichte Aufgabe, Weber all den bankeigenen Alphatieren wie Jain vorzusetzen. Aber mit der richtigen Taktik und dem nötigen Fingerspitzengefühl würde es schon gelingen. Seit Mittwoch dürfte dieser Plan noch viel schwieriger umzusetzen sein. Wohl nie zuvor hat sich ein so anerkannter Geldpolitiker wie Weber durch eine völlig missratene Kommunikation so sehr selbst zerlegt. Sein Rücktritt wirkt wie eine Fahnenflucht. Und die lässt sich mit einem Wechsel zur Deutschen Bank kaum mehr vereinbaren. Zu groß scheint im Moment das Reputationsrisiko für die Bank. Und ein Grund, ihn zu engagieren, verblasst gerade: Webers Verbindungen in die Politik dürften zumindest in Deutschland merklich gelitten haben.
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Die Koalition braucht einen Befreiungsschlag

10. January 2011

Tagesspiegel, von Stephan-Andreas Casdorff. - Die Bundesregierung braucht einen Befreiungsschlag, der deutlich macht: Wir sind noch da, wir sind in diesem Wahlkampfjahr die Handlungsfähigen. Es fehlt ein finanzpolitischer Plan, denn über Wahlen entscheidet nicht zuletzt, was die Bürger an Geld in der Tasche haben. Es wird Zeit für einen Befreiungsschlag. Doch, doch, die Koalition braucht ihn. Und es muss einer sein, der Aufsehen erregt, der deutlich macht: Wir sind noch da, und wir sind die Handlungsfähigen. Denn in Deutschland herrscht Wahlkampf, fast das ganze Jahr, so eine Art Zwischenzeugnis wird ausgestellt, nur mit dem Unterschied, dass in manchen der sieben Länder die Versetzung gefährdet ist. Union und FDP könnten mehr verlieren als bloß ein paar Prozentpunkte, sie könnten weiter an Glaubwürdigkeit und Reputation als Koalitionäre einbüßen, denen man zutraut, dass bei ihnen das Regierungsgeschäft in den besten Händen ist.
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Der gute Ruf der Alma Mater

10. January 2011

Financial Times Deutschland, von Mareike Knoke, Berlin, und Marion Schmidt, Hamburg. - Im Wettbewerb um Studenten und Forscher setzen Hochschulen verstärkt auf eine eigene Corporate Identity. Mit Logos und Leitbildern lassen sich nicht nur neue Studierende anziehen. Die Hochschulen können mit einer starken Marke Geld verdienen. Jeder Studienanfänger an der Universität Münster bekommt zu Semesterbeginn eine Umhängetasche mit Name und Logo der Hochschule geschenkt. Die Farbe der Tasche wechselt jährlich, sodass auf dem Campus sofort erkennbar ist, wer hier wann sein Studium begonnen hat. So viel Verbundenheit mit der eigenen Alma Mater war in Münster lange Zeit undenkbar. Die Westfälische Wilhelms-Universität dümpelte viele Jahre im akademischen Mittelfeld und wurde trotz ihrer Größe bundesweit kaum wahrgenommen. Im nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium galt die Uni als “the sleeping beauty”. Bis Ursula Nelles kam und die schlafende Schönheit wachrüttelte. Nelles, seit vier Jahren Rektorin in Münster, sagt: “Ich liebe diese Uni, ich will etwas aus ihr machen.” Nach innen, indem sie Exzellenzcluster auflegt und Innovationen fördert. Nach außen, indem sie die Uni als Marke im Land sichtbarer macht. “Wir haben mit dem Titel Westfälische-Wilhelms-Universität eine starke Dachmarke, aber sie wurde nicht als solche wahrgenommen”, sagt Nelles. “Darum war es wichtig, dass wir uns ein klares Profil zulegen, um nicht beliebig zu wirken.” Genau darum geht es: nicht beliebig zu sein, sondern besonders, im besten Fall einzigartig. Die Unis suchen ihre Positionierung und Profilierung auf dem Bildungsmarkt. Sie stehen im wachsenden Wettbewerb um exzellente Studenten und Wissenschaftler, um Forschungsmittel und Kooperationspartner. Sie müssen verstärkt erklären, wofür sie stehen. “Die öffentliche Reputation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Hochschulen”, sagt Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).
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Finanzmärkte schlachten ein PIG nach dem anderen

4. January 2011

unzensuriert.at - Die Krise rund um den Euro nimmt kein Ende. Hochdotierte Rettungsschirme, gemeinsame Eurobonds und immerwährende Transferzahlungen – keine dieser wirtschaftlichen Kuren ist aus mitteleuropäischer Sicht wünschenswert. Griechenland und das nördlichere Irland konnten mit vereinten Kräften und unter großen Opfern durch den Steuerzahler gerettet werden. Doch war das wirklich der letzte Teil der Tragödie? […] Vermutlich nicht. Der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, sieht die Gemeinschaftswährung noch lange nicht am Ende, sondern erst mitten in der Krise. Allein ein kräftiger Impuls durch stark steigendes Wirtschaftswachstum könne den Euro aus seiner Misere befreien. Doch der ist bisher lediglich in der Bundesrepublik Deutschland in Sicht. Vor allem der Süden Europas befindet sich nach wie vor weitgehend in ökonomischer Lethargie. Das Defizit Griechenlands ist noch lange nicht abgebaut, und niemand weiß genau, welche Überraschungen noch in den Bilanzen von Irlands Banken schlummern. Auch auf Spanien und Italien kommt eine Kraftprobe zu. Sie müssen auf den Finanzmärkten im Lauf des Frühlings Staatsanleihen im Wert von 400 Milliarden Euro an den Mann bringen, um sich liquide zu halten. Ob das gelingen wird, kann gegenwärtig nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. […] Darüber amüsiert sich Hans-Adam II. von Liechtenstein königlich. Schließlich wandert beständig Kapital aus dem Euroraum in das kleine Fürstentum ab und mehrt dessen ohnehin beträchtlichen Wohlstand. Hart, aber treffend geht der Fürst mit der Europäischen Zentralbank ins Gericht. Er warnt deren Chef, den Franzosen Jean-Claude Trichet, davor diese “zur Finanzierung irgendwelcher Rettungsaktionen” zu missbrauchen. Stattdessen sollten Staaten in Konkurs gehen und ihr Tafelsilber verkaufen. Das würde das Vertrauen in den Euro stärken, dessen Reputation gegenwärtig erhebliche Einbußen zu verbuchen hat. Die Möglichkeit, Staaten in Konkurs gehen zu lassen besteht nach wie vor. Wie es aussieht werden unsere gewählten Vertreter noch öfter Gelegenheit haben, Rückgrat zu beweisen oder eben – wie bisher – nicht.
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Die kalte Sonne

22. December 2010

Die Welt, von Fritz Vahrenholt. - Die Winter werden merklich strenger. Das beunruhigt all jene, die der Frage nachgehen, warum die Erderwärmung offenbar pausiert. Aber beunruhigt das auch die Klimaforscher? Der zweite außergewöhnlich kalte Winter in Nordeuropa und Nordamerika kündigt sich an, und schon gibt es erste Zweifel an der durch Klimagase verursachten globalen Erwärmung. Mojib Latif, einer der Protagonisten der Klimaforschung, überraschte kürzlich mit der Aussage: Die Erwärmung verstecke sich hinter der Abkühlung. Gibt es denn neben den Klimagasen noch eine Kraft, die das Klima auf der Erde beeinflussen kann? Natürlich, it’s the sun, stupid! Nun rächt sich, dass es zum unumstößlichen Credo der Klimaforschungsgemeinde gehörte, den Einfluss der Sonne zu negieren oder als irrelevant abzutun. Wenn die Realitäten durch die ausgefeilten Modelle nicht mehr erklärt werden können, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem. In England hat der Klimarat IPCC nach den Falschaussagen schon längst die Deutungshoheit verloren. Zudem hat sich seit 1998 die globale Temperatur nicht weiter erhöht und verharrt auf einem 0,8 Grad Celsius höheren Niveau im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Kevin Trenberth, maßgeblicher Autor der IPCC-Berichte 2001 und 2007, bekannte nun: “Es ist eine Schande, dass die Wissenschaft die derzeitige Pause der Erderwärmung nicht erklären kann.” […] Natürliche Zusammenhänge zu verschweigen kostet am Ende die Reputation.
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Altlasten bremsen die Genesung von Sal. Oppenheim

17. December 2010

Wirtschaftswoche, von Cornelius Welp. - Weniger Berater, weniger Vermögen – gut ein Jahr nach dem Fast-Zusammenbruch bremsen Altlasten den Wiederaufbau der Privatbank im Eigentum der Deutschen Bank. Beim Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, wo einst Glanz und Selbstbewusstsein von gut zwei Jahrhunderten Tradition regierten, ist man empfindlich geworden. So empfindlich, dass das seit Anfang des Jahres zur Deutschen Bank gehörende Institut im jüngst veröffentlichten Halbjahresbericht sogar davor warnt, „dass durch externe Reportagen mit fehlerhaften Recherchen, vorsätzlichen Falschbehauptungen oder tendenziöser Berichterstattung die Reputation in der Öffentlichkeit leidet“. Was so hier selbstverständlich nicht geschehen soll. Gut ein Jahr ist es her, dass die Krise der nach eigenen Angaben einst größten europäischen Privatbank eskalierte. Ende Dezember räumte der damalige Bankchef Matthias Graf v. Krockow seinen Posten. Die Bank verlor nach 220 Jahren im Familienbesitz ihre Unabhängigkeit. Unter den neuen Herren muss Sal. Oppenheim weiterhin Altlasten abbauen und dabei das Geschäft, das die früheren Führungskräfte aufgebläht hatten, wieder auf die Betreuung der Reichen und Superreichen konzentrieren. Mehr noch: Die Bank, deren Angestellte sich stark mit der Zugehörigkeit zu den Eignerfamilien identifizierten, muss ihre Identität komplett neu erfinden. Den Weg wollen nicht alle mitgehen, wie zahlreiche Abgänge bei den Mitarbeitern zeigen. Dennoch zeigt das Programm erste Erfolge.
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UBS: Fleischfarbene Wäsche zur Imagepflege

15. December 2010

Frankfurter Rundschau, von Lee. - Nach der Krise versuchen die Banken wieder das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen. Die Schweizer Großbank UBS hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen. Sie erprobt nun strenge Bekleidungsregeln für Mittarbeiter.
Rund um den Globus kämpft die Finanzbranche, um das in der Krise verloren gegangene Vertrauen ihrer Kunden. Die Mittel, die die Schweizer Großbank UBS dabei ergreift, reichen ins Groteske. Das Institut, das in der US-Hypothekenkrise zweistellige Milliardenbeträge abschreiben musste und Tausende Arbeitsplätze strich, schreibt in einem umfangreichen Verhaltenskodex seinen Mitarbeiterinnen unter anderem vor, dass sie dem Image der Bank zuliebe knitterfreie und hautfarbene Unterwäsche wählen sollen. Die Reputation der UBS sei das höchste Gut, heißt es zur Begründung.
Tatsächlich sind konservative Bekleidungsvorschriften in der Finanzbranche weit verbreitet. Die neuen Regeln, die zunächst nur in fünf neu eröffneten Filialen des Schweizer Instituts gelten sollen, gehen über die Anforderungen branchenüblicher Dresscodes jedoch weit hinaus. So wird den weiblichen Kundenberatern neben der Wahl von Dessous, die unter weißen Blusen unsichtbar bleiben, auch nahegelegt, mindestens alle vier Wochen den Friseur zu besuchen und eine Feuchtigkeitscreme zu benutzen.
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Störende Zwischenrufer

27. November 2010

Die Welt, Kommentar von Jan Hildebrand. - Die Hypernervosität an den Finanzmärkten hat Dimensionen angenommen, die nicht mehr nachvollziehbar sind. Wenn sich bei Staatsanleihen die Risikoaufschläge für Spanien denen von Ägypten annähern und Irland schlechter bewertet wird als Vietnam, dann lässt sich das rational nicht mehr erklären. Spanien etwa hat vor Euro-Einführung mehr für seinen Schuldendienst aufwenden müssen als heute. Trotzdem wettete damals niemand auf eine Pleite. […] Schuld an den jüngsten Turbulenzen sind nicht zuletzt die europäischen Regierungschefs. Ihre Krisenkommunikation verdient derzeit nur die Note mangelhaft. Angefangen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie liegt zwar mit ihrer Forderung nach einer Beteiligung privater Gläubiger richtig, hat diese aber zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt auf die Tagesordnung gesetzt. Nicht weniger ungeschickt gehen Staaten wie Spanien oder Griechenland mit ihrer öffentlich vorgetragenen Ablehnung vor. Ganz zu schweigen von der EU-Kommission und ihren Planspielen zu einer Erhöhung des Rettungsschirms.
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Der miese Ruf von Journalisten und Werbern - Wie Verbände das Imageproblem erklären

10. November 2010

Meedia, von Henning Ohlsen. - Das Image von Redakteuren und Werbern wird schlechter. Laut einer Forsa-Umfrage halten nur noch 45 Prozent der Deutschen den Beruf des Journalisten für angesehen. Seit 2007 ist die Zahl um zwei Prozent gesunken. “Unser Ruf leidet unter dem Fehlverhalten einiger Kollegen”, erklärte der DJV auf MEEDIA-Anfrage. Noch schlechter ist das Werber-Image: Die Arbeit der Kreativen war 2007 noch bei 18 Prozent angesehen, heute noch bei 14 Prozent. Nur Versicherungsvertreter sind noch unbeliebter.
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Sarrazin verschärfen - Eine Präzisierung

18. October 2010

Sonderheft Sezession 10/2010, von Markus Abt. - […] Die nationalstaatliche Integrationskraft ist im Vergleich zur Vergangenheit durch die Kommunikationsmedien und die Infrastruktur (türkisches Fernsehen, türkische Zeitungen, türkische Bank, türkischer Supermarkt) stark geschwächt, und die »Integrationskurse« sind in ihrer Bedeutung weitaus geringer einzuschätzen, als es Politik und Medien postulieren. War Zuwanderung daher schon früher eine beachtliche Herausforderung für Staaten, so ist es im Zeitalter von Internet und Satellitenschüssel eine fast unmögliche Aufgabe, Zuwanderer zur Annahme von ungewohnten und möglicherweise unbeliebten einheimischen Wertvorstellungen zu bewegen. […]
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«Ich habe in der Schweiz einen Nerv getroffen»

21. September 2010

Tagesanzeiger von David Nauer. - Er legte sich mit dem Schweizer Finanzplatz an und manövrierte Deutschland durch die Krise. Jetzt legt Peer Steinbrück ein Buch vor, das der Regierung in Berlin Verzagtheit vorwirft. Kanzler werden will er trotzdem nicht.
Herr Steinbrück, in Ihrem neuen Buch zeichnen Sie ein Europa am Abgrund: Die Sozialsysteme sind überlastet, der Wohlstand schmilzt, der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt. Übertreiben Sie da nicht?

Ich sage das nicht so, wie Sie das schildern. Ich sage, es könnte sein, dass sich Gewissheiten verflüchtigen. Wir konsumieren unseren Wohlstand als selbstverständlich – das ist er aber nicht. Wir müssen etwas tun, damit der Sozialstaat erhalten bleibt und Europa weiter in der Champions League spielt.

[…]
Sie haben bis letzten Herbst mit Kanzlerin Merkel regiert, seither sitzt in Berlin eine schwarz-gelbe Koalition. Wie benoten Sie die zweite Regierung Merkel?

Ich scheue mich, wie ein Oberstudienrat Schulnoten zu geben. Aber ich sehe fatale Entwicklungen. Diese Regierung hat einige Entscheidungen getroffen, die Fairness und Gleichgewicht verletzen. Und in der Euro- und Griechenlandkrise hat sie Deutschlands Reputation nicht gestärkt, sondern geschwächt.

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Krisen-PR - “Lügen funktioniert nicht”

12. August 2010

Der Standard. - Brände im atomar verseuchten Gebiet, Millionen Tonnen Öl im Meer, Tote auf einer Technoparty - Wie groß ist der Schaden für Politiker und Unternehmen
Wien - Wenn Frank Roselieb recht hat, kann die PR-Abteilung von BP bald vorerst aufatmen: “Etwa sechs Wochen nach der Krisenbewältigung ist das Ding erstmal durch” , sagt er. “Dann hört die mediale Aufmerksamkeit auf, und die Kunden vergessen es.” Roselieb ist Direktor des deutschen Instituts für Krisenforschung und derzeit sehr beschäftigt: Russland in Flammen, Ölpest, Love Parade, ausgefallene Klimaanlagen in ICEs - zahlreiche Krisen wollen bewältigt und erforscht werden.
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Web 2.0: Die Inflation der Billig-Kommunikation

13. July 2010

unternehmer.de, von Prof. Dr. Perry Reisewitz. Mit Smartphone und Handycam Filmchen drehen und ins Netz stellen – das kann heute jeder. Auch PR-Leute haben die Möglichkeiten, die audiovisuelle Medien bieten, erkannt. Der Trend: Billigproduktion mit zweifelhafter Qualität. Dabei geraten Unternehmen und Marken ins falsche Licht. Das schadet der Reputation.
Die Unternehmenskommunikation wird audiovisuell. Ein kleines Filmchen zur Pressemitteilung, ein schnelles Statement zur aktuellen Lage des Unternehmens auf der Homepage, ein Interview oder ein Produktspot auf Youtube, angeteastert über Facebook und Twitter – die Web 2.0-Möglichkeiten mit Bild und Ton sind vielfältig und sie sind vor allem eines: schnell und kostengünstig. Der Reiz, sich dieser Möglichkeiten zu bedienen, ist groß.
Heute kann scheinbar jeder alles
Bis vor wenigen Jahren lagen diese Bereiche im Rahmen der Unternehmenskommunikation in rein professionellen Händen: PR-Manager kümmerten sich um die Strategien und Inhalte, Texter um die sprachliche Form, Fotografen und Grafiker um die Bilderwelten, Regisseure, Kameraleute, Toningenieure und Cutter um die audiovisuelle Wirkung.
Die Situation veränderte sich mit den neuen Technologien und dem Web 2.0: Jetzt kann scheinbar jeder alles. Durch sinkende Eintrittsbarrieren wie einfache Technik und überschaubare Kosten entdecken viele die neuen Möglichkeiten.
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Unternehmenskommunikation - Hilfe, ich krieg die Krise!

8. July 2010

Finacial Times Deutschland, von Jürgen Fleig. - Ob plötzlicher Störfall oder schleichender Prozess - jedes Unternehmen muss auf Krisen vorbereitet sein, um mit Medien, Investoren und Mitarbeitern angemessen zu kommunizieren. Betriebsunfälle, Datenschutzvergehen oder Produktrückrufe sind nur einige Beispiele.
Eigentlich war es nur ein Umfall. Dann wurde eine Medien-Story daraus und schließlich war es eine handfeste Krise. Heute ist es für viele nur noch eine Anekdote, in jedem Fall aber ein Lehrstück: Im Jahr 1997 kippte irgendwo in Schweden die neue A-Klasse von Mercedes bei einer Testfahrt um.
Ein kreativer Mensch belegte das Malheur mit dem griffigen Namen “Elchtest” und für Mercedes war es ein Desaster, zumindest eine schwerwiegende Imagekrise - kurz vor der Einführung des neuen Modells. Denn was zunächst folgte, war vor allem mangelhafte Krisenkommunikation. Anfragen von Journalisten beantworten die Konzernsprecher mürrisch mit den Worten: “Der Vorstand hält es nicht für notwendig, ein offizielles Statement abzugeben, bloß weil irgendwo ein Auto umgekippt ist.” Später schieben die Verantwortlichen die Schuld auf andere und die Botschaften aus dem Konzern widersprechen sich.
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Das sprudelnde Ölleck im Netz - Lektionen zur Online-Krisenkommunikation von BP

4. June 2010

Neue Zürcher Zeitung, von Nico Luchsinger. - Nach der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko versucht BP, auch über Social-Media-Kanäle Krisenkommunikation zu betreiben. Genützt hat es bisher nicht viel.
Kurz nach der Explosion auf der Bohrplattform Deepwater Horizon, die eine der grössten Umweltkatastrophen überhaupt verursachte, wurde auf Twitter ein Account mit Namen «BPGlobalPR» aufgeschaltet, auf dem Kommentare und Updates zum Ölleck veröffentlicht wurden. Nur wenige Wochen später haben über 100′000 Menschen die Updates abonniert. Ein Zeichen dafür, dass eine Firma wie BP über Online-Kanäle erfolgreiche Krisenkommunikation betreiben kann?
Nicht ganz. Denn der erwähnte Twitter-Account gehört nicht BP. Er wird von einer anonymen Person betrieben, die BP keineswegs wohlgesinnt ist, sondern im Namen der Ölfirma mit bösartig-sarkastischen Einträgen das Image eines verantwortungslosen und unfähigen Konzerns zementiert. Und weil das wirklich sehr lustig ist, erfreut sich der Twitter-Kanal grösster Beliebtheit. Hier etwa der Kommentar zum Scheitern der Operation «Top Kill»: «We are very upset that Operation: Top Kill has failed. We are running out of cool names for these things.» Die ganze Nachricht lesen »

Ethische Blasen

17. May 2010

Die Welt, von Maxeiner & Miersch. - In Zeiten, da der schnöde Mammon sich als äußerst flüchtige Größe erweist, wächst naturgemäß der Wunsch nach bleibenden Werten. Die einen wollen ihre Euros durch den Kauf einer Immobilie retten, die anderen überlegen den Umtausch in Schweizer Franken, wieder andere legen sich einen Goldvorrat zu. Und dann gibt es noch die, die obendrein der Menschheit und dem Planeten etwas Gutes tun wollen und sich für eine “nachhaltige” Geldanlage entscheiden.
Seit einigen Jahren haben sich zahlreiche Anlageberater darauf spezialisiert Aktien oder Wertpapiere in entsprechende Depots zu legen, die angeblich nicht nur auf die Rendite schielen, sondern auch den ökologischen und sozialen Fortschritt befördern. Dafür gibt es Kriterien, die mitunter allerdings etwas verwundern. So schließt beispielsweise die auf solche Anlagen spezialisierte Schweizer Privatbank Vontobel Anlagen aus, die etwas mit “Atomkraft, Gentechnik in der Landwirtschaft, Waffen, Tabak, Alkohol, Pornographie oder groben Verletzungen der Arbeits- und Menschenrechte” zu tun haben. Eine bizarre Zusammenstellung. Grüne Gentechnik wird von fast allen internationalen Landwirtschaftsexperten als wichtige Option für die künftige Ernährung der Menschheit betrachtet. Und hat die Atomenergie nicht auch gewisse Verdienste, in der Bundesrepublik etwa eine seit Jahrzehnten in jeder Hinsicht sichere Stromversorgung?
Das kleine Beispiel zeigt: Die “nachhaltigen” Ratings entspringen nicht etwa einer sachlichen ökologischen oder sozialen Analyse, sondern werden von ideologischen Vorlieben bestimmt. Banker, die ja schon bei der Beurteilung konventioneller Investments gescheitert sind, schwingen sich nun auch noch zu ethischen Schiedsrichtern auf. Übrig bleibt nur noch Voodoo. Die ganze Nachricht lesen »

Finanzwissenschaftler Homburg: “Der Euro hat keine Zukunft”

11. May 2010

Tagesspiegel, Interview von Carsten Brönstrup mit Stefan Homburg, Jahrgang 1961, Professor für öffentliche Finanzen an der Universität Hannover. Außerdem arbeitet er als Steuerberater. - Wenn es hart auf hart kommt, ist die EZB nicht unabhängig, sagt Finanzprofessor Homburg von der Uni Hannover im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Das Ende des Euro hält er für ein wahrscheinliches Szenario.
Herr Homburg, sehen wir den Anfang vom Ende des Euro?

Noch nicht. Kurzfristig mag das EU-Rettungspaket den Euro stabilisieren. Über den Tag hinaus sind die Glaubwürdigkeit der EZB und die Reputation des Euro aber komplett dahin. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich. In den neunziger Jahren wurde den Bürgern versprochen, der Euro sei stabil wie die Mark – eine Lüge, wie sich jetzt zeigt.

Warum?

Theoretisch könnte die Währung zwar auch bei hohen Transferzahlungen an andere Länder stabil bleiben. Jetzt aber nimmt man die EZB in Haftung für die finanziellen Probleme einiger Staaten. Die Notenbank ist also abhängig, wenn es hart auf hart kommt. Sie muss Anleihen überschuldeter Staaten kaufen und diese Staaten verdeckt alimentieren. Das hatte ich vor über zehn Jahren vorhergesagt.

Steigen nun die Preise?

Wenn die EZB Staatsanleihen kauft, schöpft sie Geld. Zur Inflation führt das nicht zwangsläufig, sofern die EZB im Gegenzug die Geldmenge reduziert, etwa durch höhere Zinsen. Danach sieht es aber nicht aus. Eher wird das Ziel einer Inflationsrate von höchstens zwei Prozent früher oder später verfehlt werden. Für Anleger wird daher sogar der Kauf langfristiger Staatsanleihen gefährlich.

Haben Klagen eine Chance?

Das Bundesverfassungsgericht hat den Antrag einiger Kollegen gegen die Rettung Griechenlands binnen 24 Stunden abgelehnt. Ich vermute, Karlsruhe scheut davor zurück, den Euro in die Luft zu jagen. Täte das Gericht es dennoch, könnten wir die D-Mark wieder einführen.

Wie wahrscheinlich ist das?

Dem Vernehmen nach hält die Bundesbank bis heute ausreichende D-Mark-Mengen vorrätig. Technisch wäre eine Rückkehr zur Mark also möglich. Politisch ist das aber erst denkbar, wenn sich eine Partei findet, die für den Euro-Ausstieg wirbt. Ob wünschenswert oder nicht – die desaströsen Beschlüsse vom Wochenende haben ein solches Szenario wahrscheinlicher gemacht. Ich gebe dem Euro keine Zukunft mehr.

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Europäische Zentralbank - Die Amerikanisierung der Geldpolitik

11. May 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kommentar von Gerald Braunberger. - Lange hat die EZB durch eine pragmatische Steuerung des Geldmarkts ihren Beitrag zur Krisenbewältigung geleistet. Doch seit einiger Zeit wirkt Zentralbankchef Trichet wie von der Rolle. Die EZB nähert sich der Politik der Fed an. Das freut die Märkte, weckt aber auch Sorgen.
Die seit drei Jahren währende Finanzkrise hat die Regierungen und Zentralbanken veranlasst, ungewöhnliche Wege einzuschlagen. Der wohl drastischste Verstoß gegen eherne Regeln war die Entscheidung der amerikanischen Fed, Staatsanleihen anzukaufen. Ihr folgte einige Zeit später die Bank von England. Das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank galt in allen Lehrbüchern als eine rote Linie, die von der Geldpolitik nicht überschritten werden durfte, weil die Staatsfinanzierung durch die Zentralbank die Unabhängigkeit der Geldpolitik gefährdet und möglicherweise Inflation erzeugt.
Die hohe Reputation der Europäischen Zentralbank (EZB) in den ersten zwei Jahren der Krise beruhte zu einem nicht geringen Teil auf ihrer Weigerung, dem Beispiel der Kollegen in Washington und London zu folgen. Nun hat auch die EZB, offenbar gegen interne Widerstände, den Ankauf von Staatsanleihen beschlossen. Damit nähert sie sich dem prinzipienarmen Politikmodell der Fed an. Das ist ein unnötiger und unvertretbarer Schritt voller Risiken. Denn Vertrauen in eine Zentralbank baut sich nur langsam auf, aber es ist schnell und dann vielleicht dauerhaft ruiniert. Die ganze Nachricht lesen »

«Die EU hat sich nur kurzfristig Linderung verschafft»

10. May 2010

Tagesanzeiger, Interview von David Vonplon mit dem Basler Ökonomieprofessor Peter Gugler. - […]
Die EU macht Spekulanten für die Euro-Krise verantwortlich. Der schwedische Finanzminister nannte sie ein «Wolfsrudel», das die EU-Zone auseinanderzureissen droht. Wird das Milliardenpaket nun die Spekulation unterbinden können?

Die Rede von den Wolfsrudeln ist Blödsinn. Natürlich kommt es zu kurzfristigen Übertreibungen in den Märkten. Aber letztlich entstand das Problem woanders: Staaten haben massiv über ihren Verhältnissen gelebt, nicht zuletzt auch dank der tiefen Zinsen. Die Probleme mit der Spekulation wird die EU längerfristig nicht los, wenn die einzelnen Länder ihre Fiskalpolitik nicht in den Griff bekommen. Man hat sich also nur kurzfristig etwas Linderung verschafft. Langfristig aber sind die Probleme grösser geworden.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) ist eingeknickt: Sie kauft nun Staatsanleihen der hoch verschuldeten Staaten auf.

Das ist eine schlimme Entscheidung. Die EZB verliert damit auf einen Schlag ihre gesamte Reputation, die sie über Jahre hinweg aufgebaut hat. Vor zwei Monaten erklärte EZB-Präsident Trichet, es gebe kein Bailout für verschuldete Staaten wie Griechenland. Später nahm man von dieser Haltung Abstand. In einem nächsten Schritt gab die Zentralbank entgegen früherer Ankündigungen bekannt, man nehme auch griechische Anleihen mit schlechter Bonität als Sicherheit für die Repo-Geschäfte mit Geschäftsbanken (besicherte kurzfristige Kredite zur Liquiditätsversorgung). Sie akzeptiert Papiere die von den Rating-Agenturen den Status «Junk»-Bonds erhalten haben. Indem die EZB sich nun bereit erklärt, auch Staatsanleihen aufzukaufen, geht sie noch einen Schritt weiter: Sie stellt den Staaten implizit Kredit zur Verfügung. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die EZB ihre Unabhängigkeit aufgegeben hat.

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Wirtschaft: Beruhigungspille wirkt nicht

5. May 2010

Liechtensteiner Vaterland, von Wolfgang Frey. - Das für den Pleitekandidaten Griechenland geschnürte milliardenschwere Rettungspaket hat nur kurz für Entspannung gesorgt. Spekulationen um die Finanzkraft Spaniens liessen die Börsen und den Euro gestern erneut heftig einbrechen. Der Sonntag hätte die Rettung bringen sollen. Die Rettung für das überschuldete Griechenland, den seit Monaten stürzenden Euro und am Ende für die Reputation der Europäischen Union (EU) als handlungsfähige Wirtschafts- und Währungsmacht in der schwersten Krise seit vielen Jahrzehnten. Gestern wurde klar, dass selbst die zum Wochenschluss vereinbarte 110- Milliarden-Euro-Hilfe für Athen zu gering dosiert war, um tatsächlich als Beruhigungspille für die Finanzmärkte zu wirken.
Gerüchte um einen möglicherweise bevorstehenden Hilferuf des unter einer geplatzten Immobilienblase, miesen Wirtschaftsaussichten und einer exorbitanten Arbeitslosigkeit leidenden Spaniens reichten gestern aus, um die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt zu schicken. Der Euro fiel auf 1,30 US-Dollar, so tief wie seit über einem Jahr nicht mehr. Anfang Dezember war er noch 1,51 Dollar wert. Die ganze Nachricht lesen »

Öl- und PR-Desaster: BP hat nichts gelernt

4. May 2010

20 Minuten Online, von Werner Grundlehner. - Wie ein kleines Kind: Abstreiten, anderen die Schuld geben und erst zugeben, wenn nichts anderes mehr möglich ist. Wieso BP aus Kommunikationsdesastern wie Brent Spar nichts gelernt hat. Zwei Wochen nach dem Versinken einer Ölbohrinsel im Golf von Mexiko kann BP das austretende Öl noch immer nicht stoppen. Mittlerweile bedroht ein Ölteppich mit einer Ausdehnung von 80 auf 130 Kilometer Umwelt, Tourismus und Fischerei. Was machen die Briten? Erst gar nichts, dann versuchen sie die Schuld auf die Eigentümerin der Insel, das Schweizer Unternehmen Transocean, zu schieben. Erst als der Benzinmulti keine Wahl mehr hat, übernimmt er Verantwortung und gibt bekannt, alle Kosten zu übernehmen. Diese könnten horrend werden. Denn: Vielleicht wird das Leck erst in einigen Wochen gestopft. Das würde zu riesigen Schäden führen. Hochrechnungen gehen mittlerweile von bis zu 14 Milliarden Dollar aus. Die BP-Aktionäre konnten sich bereits jetzt 23 Milliarden Dollar ans Bein streichen.
«Oft ist der erste Reflex der Unternehmen zu schweigen. Man will das positive Image wahren und hofft, das Problem schnell beheben zu können», sagt Professorin Katarina Stanoevska vom Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Uni St. Gallen. Das Schweigen öffne aber Raum für Interpretationen durch externe Quellen, die es nicht unbedingt gut mit dem Unternehmen meinten. «Nachdem Präsident Obama öffentlich bekannt gegeben hat, dass rechtlich BP die Verantwortung trage, war der Versuch, die Verantwortung zu leugnen ein grosser Fehler», so Stanoevska. Die ganze Nachricht lesen »

EZB knickt in Griechenlandfrage endgültig ein

3. May 2010

Finanznachrichten.de, von Bernhard Funck. - Der Umfaller kam schleichend, doch nun ist er amtlich: Nachdem sich die Europäische Zentralbank (EZB) lange Zeit dagegen gewehrt hat, das hochverschuldete Griechenland als Sonderfall zu behandeln, ist die Notenbank letztlich von der Realität eingeholt worden. Am diesem Montag setzten die europäischen Währungshüter die Bonitätsanforderungen für griechische Staatsanleihen, die in ihrem Refinanzierungsgeschäft mit den europäischen Banken gelten, bis auf weiteres vollständig aus. Staatspapiere des südeuropäischen Landes können damit unabhängig von der Kreditwürdigkeit Athens bei der EZB in Zahlung gegeben werden. Experten sehen jetzt die Glaubwürdigkeit der Währungshüter in Gefahr. […]
Mit der kompletten Aussetzung der Rating-Bedingungen allein für griechische Anleihen ist der Umfaller aber nun perfekt. Ökonomen sehen gar die Glaubwürdigkeit der EZB beschädigt: “Die Aussetzung ist ein klarer Widerspruch zu früheren Aussagen”, sagt EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank. Auch Karsten Junius von der DekaBank sieht die Glaubwürdigkeit der EZB angekratzt. Dies wiegt umso schwerer, als Vertrauen oder “Reputation” in der Geldpolitik als wertvollstes Kapital einer Notenbank gilt. Denn die Märkte reagieren in erster Linie auf Ankündigungen und Signale der Währungshüter. Vor allem die immens wichtigen Inflationserwartungen können mit einer soliden Kommunikationspolitik - bislang eine Königsdisziplin der EZB - hinreichend gut gesteuert werden.
Trotzdem begrüßen Experten den Schritt der EZB inhaltlich, da er das Athener Sparprogramm und die Finanzhilfen flankiert. Unverständnis ruft aber der Zeitpunkt hervor: “Das Sparprogramm Griechenlands und das Hilfspaket von EU und IWF stehen”, sagt Commerzbank-Experte Schubert. Insoweit wäre es naheliegend gewesen, zunächst die Reaktion der Märkte abzuwarten. Darüber hinaus erhöhe die Kehrtwende der EZB auch die Unsicherheit über den künftigen Kurs der Notenbank. Dies wiegt umso schwerer, als die EZB vor der gewaltigen Aufgabe steht, die extrem hohe Liquiditätszufuhr während der Finanzkrise allmählich einzusammeln. Darüber hinaus muss sie den rekordniedrigen Leitzins wieder erhöhen, sobald die Inflation wieder anzuziehen droht. Die Frage der Stunde lautet damit: Wird sich die “Lex Griechenland” auch auf die Zinspolitik der Notenbank auswirken?Die ganze Nachricht lesen »

Bürger glauben den großen Institutionen immer weniger - Wem wir vertrauen

29. April 2010

Die Welt, von Michael Miersch. - Demokratie heißt Volksherrschaft. Doch ein Großteil des Volkes hat - glaubt man den Umfragen - offenbar das Grundvertrauen in die Institutionen seiner Herrschaft verloren. In der Griechenlandkrise ist die Nervosität förmlich spürbar. Viele Bürger fürchten Geldentwertung und den Verlust ihrer Altersvorsorge. Das Handeln der Bundesregierung wird als von der deutschen Bevölkerung abgehoben und verfangen in den Zwängen der EU und der Euro-Zone erlebt. Das war schon in früheren Krisen so, von Rinderwahnsinn bis Aschewolke. Das Misstrauen ist keine Episode, sondern ein Symptom.[…]Die Bundesregierung liegt noch unter den Großkonzernen. Ein seltsamer Befund für eine vom Volk gewählte Regierung. Das kann nicht allein daran liegen, dass vielen Bürgern die derzeitige Politik nicht passt. Jemandem zu misstrauen bedeutet, dass man ihn grundsätzlich für unehrlich hält. Es ist kein Ausdruck kritischen Denkens, sondern eines gefühlten Ressentiments gegen “die da oben”. Man begreift sich nicht als Bürger, der Teil des demokratischen Prozesses ist, sondern als der “kleine Mann”, der sowieso nichts machen kann.
Dieser Vertrauensmangel hat Folgen. In Krisensituationen laufen die Argumente der Regierung ins Leere, oft zum Schaden aller. Das zeigte sich bei den großen Lebensmittelskandalen und bei drohenden Seuchen. In der BSE-Krise und bei der Schweinegrippe glaubte niemand mehr, was die Regierung und ihre Fachbehörden sagten. Es gibt in Deutschland keine Regierungsbehörde mit dem Ansehen der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration), die von der großen Mehrheit der Bevölkerung als Autorität akzeptiert wird. Nach diesen Kommunikationsdesastern war es ein großes Glück, dass es der Kanzlerin gelang, in der Finanzkrise Panik zu verhindern. Ob es in der Griechenland-Krise gelingen wird, ist noch offen.
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Reputation: Wenn der gute Ruf leidet

27. April 2010

Handelsblatt, von Wolf Albin. - Schäden an der Reputation reißen tiefe Löcher in die Bilanz, sind rechtlich aber nur schwer verfolgbar. Obwohl negative Schlagzeilen nur Zweifel an weichen Faktoren wie Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Identifikationsmöglichkeiten oder Kompetenz wecken, können gerade sie gravierende Folgen haben. Juristen denken deshalb um.
BERLIN. Die Reputation eines Unternehmens ist wichtige und höchst sensible Größe für den unternehmerischen Erfolg. Der Leumund einer Firma ist rechtlich kaum zu schützen oder zu versichern. In Krisensituationen wie bei strafrechtlichen Ermittlungen zeigt sich diese Verletzlichkeit besonders deutlich. Weil es gegen eine Berichterstattung über strafrechtliche Verfehlungen nur wenig rechtliche Handhabe gibt, raten deshalb selbst Juristen dazu, Krisen mit rechtlichen wie kommunikativen Mitteln zu lösen.
Wenn gegen Klaus Zumwinkel, Jörg Kachelmann oder Angestellte von Bilfinger Berger strafrechtlich ermittelt wird, leiden nicht nur die Beschuldigten, sondern auch Unternehmenswerte. Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Geschäftsführer, Vorstände oder auch einfache Angestellte und noch mehr die Berichterstattung darüber beeinträchtigen das Bild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Obwohl negative Schlagzeilen nur Zweifel an weichen Faktoren wie Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Identifikationsmöglichkeiten oder Kompetenz wecken, können gerade sie gravierende Folgen haben. Die ganze Nachricht lesen »

Joachim Starbatty: “Wenn Geld für Griechenland fließt, klage ich”

15. April 2010

Tagesspiegel, von Alfons Frese. - Der Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty spricht über die Krise der Währungsunion und einen Ausweg für Athen.
[…]Sie haben die Situation mit Reichskanzler Brünings Politik in der Weimarer Republik verglichen. Kommen die griechischen Faschisten wieder?

Die Ausgangssituation war damals ähnlich, Deutschland musste internationales Ansehen und Vertrauen erwerben, um das für die Reparationszahlungen erforderliche Kapital aus dem Ausland zu bekommen. Dazu war damals eine harte Konsolidierungspolitik erforderlich. Die gleiche Lage haben wir jetzt in Griechenland: Die Griechen brauchen internationale Reputation, fahren dazu eine harten Sparkurs, der wiederum zu einer Radikalisierung im Land führen kann.

Nun argumentiert etwa der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, die Griechen müssten ihren Sanierungsweg allein gehen, aber die Euro-Gemeinschaft solle dabei flankieren, indem Hilfe zur Selbsthilfe gewährt wird.

Das ist eine Münchhausen-Strategie. Irgendwann werden die Gelder fließen müssen, und das passiert dann nicht nur einmal, sondern dauernd.

Das ist den Euro-Staaten verboten.

Die Not kennt kein Gebot, lautet ein deutsches Sprichwort. Aber wenn es dazu kommen sollte, werden wir dagegen klagen.

Sie und Ihre drei Gefährten, die bereits 1997 gegen die Währungsunion klagten?

Ja.

Was würden Sie den Griechen raten?

Die Währungsunion verlassen und die Drachme abwerten. Wenn die ausländischen Produkte dann zu teuer werden, muss man eben griechische Produkte kaufen, Griechenland kann mehr exportieren und würde auch als Reiseland attraktiver. Den Thailändern und Indonesiern hat es sehr gut getan, dass ihre Währungen Ende der 90er Jahr so stark abgewertet wurden.

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«Wir verdienen keinen Billig-Journalismus»

13. April 2010

Neue Zürcher Zeitung, Interview: ras. - Professor Kurt Imhof über sein Projekt eines Medien-Observatoriums. Der Öffentlichkeitssoziologe Kurt Imhof baut an einer Beobachtungsstation, welche die Lage der Medien erfassen soll. Wir befragten ihn zum Stand des Projekts.
Kurt Imhof, Ende November 2008 kündigten Sie an, ein Medien-Observatorium zu gründen. Hat Ihr Projekt inzwischen Fortschritte gemacht?

Ja. Das Ziel ist schon viel älter, aber Ende 2008 waren fast alle Ingredienzien ausser nachhaltige Investitionsmittel zusammen: der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) an der Universität Zürich mit ausgezeichneten Forscherinnen und Forschern, die wissen, dass die Untersuchung der öffentlichen Kommunikation den Königsweg zur Analyse der Gesellschaft darstellt, zudem haben wir viele Datensätze, vor allem die wichtigsten Kommunikationsereignisse der deutschen Schweiz der letzten 100 Jahre, ferner Theorien, Methoden und Leidenschaft.

Leidenschaft? Ein selten gehörtes Wort. Könnten Sie das Ziel Ihres Observatoriums etwas genauer umschreiben?

Erstens geht es darum zu erkennen, wie Gesellschaften in Krisen hineingeraten und wie sie wieder hinauskommen. In der vergleichenden Krisenforschung, etwa beim Vergleich der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre mit der gegenwärtigen Krise, interessieren wir uns dafür, wie sich Zukunftssicherheit beziehungsweise -unsicherheit in der öffentlichen Kommunikation zeigt und wie die Umschwünge zu erklären sind. Das ist wichtig, weil Zukunftsvertrauen über die Investitionen entscheidet, die die Menschen machen.

Und zweitens . . .?

. . . geht es um die Frage, wie sich der neue Strukturwandel der Öffentlichkeit, das heisst die Kommerzialisierung der Medien, auf die Politik und die Ökonomie auswirkt. Was wir über die Welt wissen, erfahren wir aus den Medien, und diese kolorieren uns diese Welt neu, seitdem sie das Staatsbürgerpublikum durch den Medienkonsumenten ersetzt haben. Wir haben beispielsweise eine wesentlich intensivere Heroisierung und Skandalisierung der Wirtschaft und entsprechend kürzere Halbwertszeiten des Aufbaus und des Zerfalls von Reputation. Drittens geht es darum, solche Qualitätsveränderungen der medienvermittelten Öffentlichkeit systematisch zu messen und dies dem Publikum zu vermitteln. Hier soll die Wissenschaft unmittelbaren Nutzen bringen.

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Image der US-Banken: Verzweifelter Kampf um Liebe

8. April 2010

Handelsblatt, von Rolf Benders. - Der Ruf US-amerikanischer Finanzinstitute beim Normalbürger ist verheerend. Alle Anstrengungen, das Image zu verbessern, schlugen bisher fehl, zu sehr scheint sich das Bild des gierigen Bankers in den Köpfen der Kunden festgesetzt zu haben. Guter Rat ist teuer, denn auf Dauer ist dieser Zustand geschäftsschädigend.
NEW YORK. Es scheint, als hätten Goldman Sachs & Co den Kampf um die öffentliche Meinung verloren. Trotz aller Bemühungen, das durch die Finanzkrise arg ramponierte Image mit Spenden für wohltätige Zwecke sowie Hilfsprogrammen für verschuldete Häuslebauer und angeschlagene Mittelständler aufzupolieren, liegt ihre Reputation am Boden. So rangieren der Skandalversicherer AIG und Goldman Sachs in einer Umfrage des Reputationsberaters Harris Interactive ganz oben auf der Liste der am wenigsten vertrauenswürdigen Firmen der USA. Die ganze Nachricht lesen »

Staaten in der Schuldenkrise - Wenn der IWF kommt

31. March 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Patrick Welter. - Der Internationale Währungsfonds ist ein Gewinner der innereuropäischen Querelen um ein Rettungspaket für Griechenland für den Notfall. Ungefragt hatte der Geschäftsführende Direktor des IWF, Dominique Strauss-Kahn, schon früh seine Hilfe angeboten. Für die Regierung in Athen war die Drohung mit dem Gang zum IWF jedenfalls Druckmittel, um die anderen Regierungen in der Europäischen Union zu einer klaren Hilfszusage zu treiben. Für diese wiederum wurde der Fonds zur Hoffnung, dass im Notfall eine harte Hand darüber wache, dass die griechische Regierung europäisches Steuergeld nicht verpulvern würde. Der Reputation des Fonds hat dieses Vertrauensbekenntnis gutgetan.
Der Ruf des strengen Zuchtmeisters, mit dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Beteiligung des Fonds an einem möglichen Hilfsprogramm für Griechenland erklärte, gründet darin, dass der Fonds die Auszahlung seiner Kredite an Bedingungen knüpft. Der Defizitabbau findet sich dabei in fast jedem Anpassungsprogramm des IWF an prominenter Stelle. Das liegt in der Natur der Sache, wird der Fonds doch überwiegend in Zahlungsbilanzkrisen gerufen. Diese sind oft durch überbordende Staatsdefizite hervorgerufen, oder aber die Krise verschärft die Haushaltslage schlagartig, weil Kapital flieht. Die ganze Nachricht lesen »

Wall Street - Die Macht von Goldman

14. March 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Norbert Kuls. - […] Im aktuellen Jahresbericht wurde „ungünstige Öffentlichkeit“ erstmals in die Liste der geschäftlichen Risiken aufgenommen. Die negativen Medienberichte könnten einen „negativen Einfluss auf unsere Reputation und auf die Moral und Leistung unserer Angestellten“ haben, heißt es dort. Das wiederum könnte sich negativ auf Geschäft und Ergebnis auswirken. Fachleute kennen keine anderen Fälle, wo Unternehmen schlechte Presse explizit als Risiko für ihr Geschäft aufgeführt haben. „Wir leben nicht in einem Vakuum und wir sind uns sehr bewusst, was die allgemeine Öffentlichkeit denkt“, sagte John Rogers, Stabschef von Goldman, kürzlich. Das Problem für Goldman ist jedoch weniger die allgemeine Öffentlichkeit, sondern die Art und Weise, wie die Stimmung im Land die Politik beeinflusst. Im Kongress wird derzeit um eine Reform der Finanzbranche gerungen. Trotz des großen Einflusses von Goldman Sachs in Washington drohen starke Folgen auf das Geschäft von Goldman. Präsident Barack Obama hatte angesichts hoher Bonuszahlungen bei Banken gewettert, er habe nicht kandidiert, um „einem Haufen Bonzen an der Wall Street“ auszuhelfen. Wenig später präsentierte Obama einen Plan, der die Einschränkung des Eigenhandels bei Banken vorsieht. Da half es nichts, dass Mitarbeiter von Goldman kräftig für Obamas Wahlkampf gespendet hatten. Und auch die starke Präsenz ehemaliger Gold-Männer an Schlüsselpositionen von Politik und Aufsichtsbehörden ist kein Selbstläufer.
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Werte lassen sich nicht verordnen

14. March 2010

derStandard von Martin Haiderer. - Guter Kapitalismus: Werte werden im Unternehmen nur mitgetragen, wenn Mitarbeiter sie mitgestalten - Corporate Social Responsibility beginnt beim Dialog intern Corporate Social Responsibility basiert auf dem Aufbau eines ehrlichen Stakeholder-Values. Diese Reise beginnt im eigenen Haus.Corporate Social Responsibility CSR gewinnt als Wirtschaftsfaktor an Bedeutung. Vor allem personalintensive Betriebe integrieren gesellschaftliche Verantwortung zunehmend in ihre Unternehmensstrategie. Dort bleiben sie manchmal als theoretisches Bekenntnis. Denn so manches engagierte CSR-Konzept findet lediglich in Strategiepapieren seinen Niederschlag und vergilbt schlussendlich in den Schreibtischladen des Managements.
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Die absurde Moral des Ministers

18. February 2010

Die Achse des Guten, von Henryk M. Broder. - Da ich nicht weiss, ob alle Leser der Weltwoche auch die NZZ am Sonntag lesen, möchte ich Sie auf ein Interview aufmerksam machen, das der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble dort am 7. Februar gegeben hat. Darin verspricht er nicht nur: «Wir werden das Bankgeheimnis in Europa abschaffen», er sagt auch die folgenden Sätze über die relative Unantastbarkeit der Menschenwürde: «Der Zweck heiligt nicht grundsätzlich alle Mittel. Vor einigen Jahren hatten wir eine Debatte um die Entführung eines Kindes. Hier ging es um die Frage, ob man Folter androhen darf, um Informationen zu erhalten. Ich habe dort klargemacht, dass hier nie der Zweck die Mittel heiligen kann. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber es gibt andere Fälle, in denen der Zweck die Mittel heiligen kann, wie im Fall der Steuerhinterziehung. Der Zweck ist die gleichmässige Besteuerung aller Bürger.»
Die «Debatte», auf die sich Schäuble bezieht, ist der Mordfall Jakob von Metzler. Der elfjährige Sohn eines Frankfurter Bankiers war von einem «Freund» der Familie entführt worden. Der Täter, ein Jurastudent, verlangte eine Million Euro Lösegeld. Der Frankfurter Polizei gelang es, den Täter zu fassen, aber nicht, das Versteck des entführten Jungen zu finden. In der Hoffnung, das Leben des Kindes zu retten, liess der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident dem Entführer körperliche Schmerzen androhen. Die Drohung kam zu spät, zu diesem Zeitpunkt war der Bankierssohn bereits tot. Als diese «Folter» im Verfahren bekannt wurde, musste der Prozess gegen den Entführer abgebrochen werden. Der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident wurde gefeuert und von einem Frankfurter Gericht wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Die Frage, ob das entführte Kind eventuell hätte gerettet werden können, geriet angesichts der Qualen, die der Entführer bei seinem Verhör erleiden musste, fast ins Vergessen.
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MBA-Ausbildung - “Reflexion statt Gehirnwäsche”

18. February 2010

Wirtschaftswoche von Manfred Engeser. - Fehlgeleitete Ausbildung ist ein ganz wichtiger geistiger Katalysator der Finanzkrise, sagt Thomas Sattelberger. Der Telekom-Personalvorstand über falsche Paradigmen, den Niedergang des MBA und die Reform der Manager-Ausbildung bei der Telekom.
Herr Sattelberger, jeder zweite MBA-Absolvent des aktuellen Harvard-Jahrgangs hat per Eid gelobt, seiner Arbeit „in ethischer Weise nachzugehen“. Gute Idee?

Ich halte den Eid für einen Gimmick…

…allerdings einen, auf den deutsche Business Schools künftig setzen. Ebenso wie auf neue Lehrstühle für Corporate Social Responsibility und Ethikkurse.

Weder ein Eid noch an das Curriculum angedockte Ethikkurse ändern die Realität. Es sind bloße Marketing-Gags, die schon 2002 nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der Enron-Pleite medial vermarktet wurden. Was hat es gebracht? Nichts. Wir sind mit gleicher Ideologie auf die nächste Krise zugesteuert.

Wie sehr hat die MBA-Ausbildung dazu beigetragen?

Wir haben es hier mit dreifachem Versagen zu tun: dem Versagen der Märkte, dem der Institutionen und dem der individuellen Moral. Da aber Märkte und Institutionen durch Menschenhand entstehen, muss man hart sagen: Fehlgeleitete Ausbildung ist ein ganz wichtiger geistiger Katalysator der Finanzkrise. Es gibt übrigens Studien, die belegen, dass MBA-Studenten mehr betrügen als andere.

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Hehlerware: CDs mit gestohlenen Daten - Die Plattensammlung der Kanzlerin

6. February 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Konrad Mrusek. - Nicht nur die Schweizer Bankiers haben sich getäuscht. Auch etliche deutsche Politiker kommen immer noch nicht aus dem Staunen heraus. […] Eine christlich-liberale Koalition, so glaubten vorher viele, werde doch wohl aus Respekt vor dem Rechtsstaat nicht nach der Datenscheibe greifen? Ein konservativer Finanzminister werde bei Hehlerware aus der Schweiz doch wohl weit vorsichtiger agieren als sein sozialdemokratischer Vorgänger es vor zwei Jahren im Falle Liechtensteins tat? Doch diese alten Unterschiede zwischen Links und Rechts sind passé.
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Kommunikation unter Kriminellen - Auftragskiller inserieren nicht

6. February 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung von Jürgen Kaube. - Manche sind Verbrecher von Beruf. Sie bewerben sich, durchlaufen eine Art Ausbildung, machen Karrieren, besitzen Klienten, deren Problem sie lösen, etwa durch Beschaffung von Rauschgift, oder sie machen ihnen ein Dienstleistungsangebot, das seine eigene Nachfrage schafft, weil es nicht abgelehnt werden kann. Sie haben allgemeine Geschäftsbedingungen, eigene Betriebswirte und eine Rechtsabteilung, sie pflegen ein Berufsethos, Beziehungen zu anderen Firmen derselben Branche und eine Unternehmenskultur. Dennoch fehlt seit Edwin Sutherlands Reportage mit dem schönen Titel „The Professional Thief. By a Professional Thief“ von 1937 eine gute Berufssoziologie der Kriminellen. […] Aus all diesen Materialien geht für ihn das Grundproblem des kriminellen Geschäftslebens hervor: dass es auf riskanter Kommunikation beruht, auf Mitteilung, die mit Geheimhaltung, also dem Gegenteil von Kommunikation, kombiniert werden muss. Kriminelle sind Geschäftsleute, die ein besonderes Marketingproblem haben, ein Kundenfindungsproblem, ein Personalrekrutierungsproblem.
Theorie krimineller Signale
Wie findet man etwa Kunden, die sich für gestohlenes Uran interessieren? Als 1991 eine Kanadierin aus den „Gelben Seiten“ die Adresse der Firma „Guns for Hire“ gefunden hatte und anrief, ob man nicht ihren Mann beseitigen könne, musste sie erfahren, dass der Laden auf Western Shows spezialisiert war, und wurde verhaftet. Auftragsmörder inserieren nicht. Aber was machen sie stattdessen? Gambetta entwickelt eine Theorie krimineller Signale, die zwei Kriterien erfüllen müssen: Sie sollten nur von denen verstanden werden, für die sie gemeint sind, und sie sollten nur von echten Kriminellen gesendet werden können.
Das fängt bei den Geschäftsräumen an. Schon sie wirken selektiv und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, unter sich zu sein. Verbrecher pflegen sich an Orten aufzuhalten, die andere Leute eher meiden: heruntergekommene Gegenden, ethnisch homogene Milieus, bestimmte Bars, Boxstudios, Klubs, die voll sind, während die normale Bevölkerung arbeitet oder schläft. Die Gang in den „Sopranos“, der Fernsehserie, die wie eine Verfilmung von Gambettas Buch wirkt, sitzt etwa ständig vor einer Metzgerei und in einem Strip-Lokal herum und macht nicht den Eindruck, als könne man sich dazusetzen.
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Toyotas Image könnte Jahrzehnte leiden

4. February 2010

Finacial Times Deutschland, von Annette Berger. - Andere Autos sind sexy oder sportlich. Für Toyota aber galt bisher als Kaufargument: zuverlässig. Bis die Japaner die Kundenherzen zurückerobern, könnten 20 Jahre vergehen, meint ein Experte. Die Aktie fällt, auf dem größten Absatzmarkt USA streiken die Käufer, ein Massenrückruf läuft: Mit diesen Worten ist Toyotas Problem nur zum Teil beschrieben. Denn parallel zur Debatte um klemmende Gaspedale und Beschwerden über schadhafte Bremsen entbrennt eine Diskussion um die Krisen-PR des japanischen Konzerns.Geradezu fasziniert sieht die Branche zu, wie Toyotas guter Ruf zerbröselt. Analysten sprechen von einem PR-Desaster, weil der Weltmarktführer die Probleme mit seinen Fahrzeugen und Beschwerden über Mängel wiederholt heruntergespielt hat, anstatt von dem Schlimmsten auszugehen.
US-Verkehrsminister Ray LaHood riet am Mittwoch Fahrern, deren Autos vom Rückruf betroffen sind, ihre Wagen nicht mehr zu bewegen, bis der Hersteller die Probleme gelöst hat - ein weiterer Schlag fürs Image des japanischen Konzerns. In dieser Lage hätten die Japaner allen Grund, mit einer guten Krisen-PR gegenzusteuern, heißt es in der Branche. Denn anders als bei vielen Rivalen sei das Image von Toyota vor allem mit einem Begriff verknüpft: Zuverlässigkeit. In Sachen PR mache der Konzern derzeit alles falsch, was man verkehrt machen könne, sagt der der frühere BMW -Chefvolkswirt. Noch immer gehe das Unternehmen nicht offen mit seinen Problemen um. Dies sei aber wichtig, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten oder zurückzuerobern. Beispielsweise sei noch immer nicht klar kommuniziert worden, wer genau für die technischen Probleme verantwortlich ist, die den Massenrückruf mehrerer Modelle nötig machen, sagt Becker. Es brauche erfahrungsgemäß gut 20 Jahre, bis ein Autohersteller sein altes Image abgelegt und zum Positiven verändert habe. Dies sei die Zeitspanne, in der Kunden zwei bis drei Autos kaufen und positive Erfahrungen mit einer Marke machen können, so Becker.
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Fernsehen zwischen Schwulen und Abtreibung

3. February 2010

von Andreas Unterberger. - Der Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Medien. Es ist im amerikanischen Sportgetriebe – und damit auch für die übertragende Fernsehstation CBS – die wichtigste Veranstaltung des Jahres: die auch bei uns immer beliebter werdende Super Bowl. Nun hat CBS zwei für diese Übertragung angemeldete Werbespots nicht angenommen, in denen (mit erfundenen Beispielen) drastisch Werbung für Homosexualität gemacht werden sollte, dafür wird ein Spot gesendet, in der eine (wirkliche) Mutter erzählt, dass sie einst heftig unter Druck geraten war abzutreiben; der dennoch geborene Sohn ist heute einer der beliebtesten Football-Star Amerikas. Das zeigt einen grundlegenden Unterschied zwischen Europa und Amerika: Drüben wird auch bei der Annahme von Werbespots primär auf die Mehrheit der Zuseher Rücksicht genommen; bei uns würde sich das unter dem Druck vieler Political-Correctness-Vereine und -Gesetze keine Station mehr trauen, da würden zwar die schwulen Spots, aber nicht die Anti-Abtreibungs-Werbung gezeigt. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum in Amerika die Fernsehstationen keine Zwangsgebühren brauchen . . .
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Wie man sich in der Finanzwelt einen Ruf erarbeitet, ihn komplett zerstört - und wieder aufbaut

31. January 2010

Die Welt, von Nele Husmann. - Der Silicon-Valley- Investor Frank Quattrone ist wieder da.Dass er oft Ärger mit Gerichten hatte, stört nicht weiter.Seine Freunde erwarten gute Deals. Sein Schnauzbart ist jetzt noch buschiger. Aber darunter zeigt Frank Quattrone das gleiche strahlende, selbstsichere Lächeln wie zu Zeiten des New-Economy-Booms Ende der 90er-Jahre. elbst auf dem Weg zu den drei Gerichtsprozessen, die zwischen 2000 und 2006 gegen den Investmentbanker wegen Justizbehinderung liefen, strahlte er unbeirrt weiter. Jetzt aber hat Quattrone wirklich wieder etwas zu lachen. Denn er ist endlich wieder bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Technologiefirmen bei ihren Deals und Börsengängen zu beraten.
Die Idee, Qatalyst - eine leicht gequälte Wortspielerei mit dem Anfangsbuchstaben seines Nachnamens - zu gründen, kam Quattrone, als er einem befreundeten Firmenchef informell mal wieder ein paar kluge Ratschläge gab. “Die grauen Zellen kamen in Schwung, und ich hatte Ideen, die der Vorstandschef gut und wichtig fand. Und dann begann ich darüber nachzudenken, eine Beratungsfirma aufzubauen”, sagt Quattrone.
Die Kontakte des ehemaligen Alpha-Investmentbankers aus dem Silicon Valley sind so umfangreich und weit vernetzt wie eh und je: Zur Gründung von Qatalyst im März 2008 stand Google-CEO Eric Schmidt neben ihm und sagte: “Der Start von Qatalyst ist eine wichtige Entwicklung für die Technologiebranche - ich freue mich, wieder mit Frank zusammenzuarbeiten.”
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